Aktuelles

Bitte beachten: Texte und Meldungen im Zeitraum vor dem 18.03.2019 finden Sie weiter hinten unter Historie Aktuelles 1 und 2

18.08.2019   Missbrauchsopfer kritisiert zähe Ermittlungen

Missbrauchsopfer kritisiert zähe Ermittlungen bei den Staatsanwaltschaften und innerhalb der Kirche

https://m.faz.net/aktuell/rhein-main/missbrauchsopfer-will-urteil-gegen-priester-16337128.html

 

18.08.2019  Katholisch sein macht mürbe. Die TAZ zum schwierigen Verhältnis der Gläubigen zu ihrer Kirche

Lesenswerter Artikel in der TAZ vom Wochenende:

 

https://taz.de/Verhaeltnis-von-Glaeubigen-zur-Kirche/!5615809/

 

Artikel ist frei zugänglich. Spende erwünscht, aber nicht zwingend.

 

 

 

15.08.2019  Kinokultur und frühe Einbindung in die Erhöhung dessen, der zum Priester berufen ist (Erinnerung aus dem Internat der 60er Jahre)

Ein Mitschüler machte neulich in einem Gespräch zu den Voraussetzungen für Gewalt und Missbrauch im Internat darauf aufmerksam, wie weitgehend die  Einhegung der „Zöglinge“ im Internat auch kulturell begleitet wurde: durch die strenge Auswahl und Kontrolle der Bücher, der Bilder, der Filme. Und wie sehr diese Einbindung eine der Vorausssetzungen dafür geschaffen hat, dass Kinder und Jugendliche sowohl exzessive Gewalt wie auch sexuellen Missbrauch scheinbar klaglos erduldeten. Als besonderes Beispiel führte er die regelmäßigen Filmsonntage an, hier besonders einen Film von 1954 , der es sogar nach Berlin auf die Filmfestspiele (bronzener Bär) geschafft hat und Anfang der 60er Jahre überdies in das monatliche Filmangebot des Internats: „Der Abtrünnige.“  Kurzform: Ein Priester hat den Glauben verloren und ist in maßlosem Stolz zum erbitterten Feind der Kirche geworden. Erst der tragische Totschlag eines befreundeten Seminaristen bewegt ihn zur Umkehr. Ein aufwühlender Film über die "Unverlierbarkeit des katholischen Priestertums". In den 50er- Jahren heftig diskutiert, in der Titelrolle hervorragend gestaltet.

 

Ein Film, der mittlerweile mit allem Recht der Welt gänzlich vergessen ist, der hier aber als Beispiel gelten mag für ein ganz und gar verzerrtes Bild geheiligter Macht in priesterlicher Selbsterhöhung und auch ein gutes Beispiel dafür darstellt, wie Gehirnwäsche einerseits abstruseste Problemkonstellationen (die kirchenrechtlichen Voraussetzungen zur Gültigkeit von Sakramenten) als überlebensnotwendig erscheinen lässt und wie sehr ideologische Einbindung und/oder Manipulation das gelebte Leben schädigen und nicht ausgelöscht werden können. Wer noch einmal eintauchen möchte in das katholische Milieu der 50er Jahre oder erfahren möchte, wie problematisch die Erhöhung des Priesteramtes als geheiligtes Amt und wie wenig zeitgemäß heute das Zölibat des Priesters ist, der besorge sich eine Filmkopie, wenn er denn noch ein altes 16mm- Vorführgerät besitzt oder lese das zum Film geschriebene Buch, das antiquarisch durchaus noch zu bekommen ist. Näheres zum Film und seiner Wirkung finden Sie am Schluss des Kapitels „Ich bin nicht verjährt- Orte der Erinnerung“.

 

 

Hier zur Einstimmung das französische Originalplakat:

 

14.08.2019  Abschlussbericht Fonds Heimerziehung endlich veröffentlicht

Endlich ist der Abschlussbericht der Bundesregierung zu den Fonds Heimerziehung veröffentlicht und downloadbar.

Der Bericht ist für uns auch deshalb so interessant, weil das Internat der Redemptoristen eher weniger mit der üblichen, leicht romantischen Vorstellung des Internatslebens zu tun hat. Diese Internate in Bonn, Bous, Gronau und anderswo glichen eher den sog. Erziehungsheimen.

 

Hier die beiden Links:

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/familie/chancen-und-teilhabe-fuer-familien

https://www.fonds-heimerziehung.de/dokumente.html

 

 

13.08.2019  Pressemitteilung zu 6 Jahre Fonds Missbrauch: Lügde und Staufen sind überall

Wir bitten um Beachtung unserer Pressemitteilung zu 6 Jahren Fonds Missbrauch.

Lügde und Staufen sind überall, 6 Jahre
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31.07.2019    Ordensschwester über Missbrauchstäter: "Nicht verdammen".

In der ARD- Dokumentation "Meine Täter, die Priester" kommt auch Ordensschwester Karoline Mayer zu Wort. Die Ordensschwester wird in Chile und auch in Deutschland als Helferin der Armen verehrt. Sie pflegt Kontakt zum Missbrauchstäter Peter R. (Canisiuskolleg Berlin und Bistum Hildesheim und Chile). Sie sagt: "Also ich werd nicht jemanden verlassen, weil er einmal ein Unrecht getan hat..." Kürzlich war sie auf Deutschlandbesuch. Der Deutschlandfunk hat nachgefragt.

 

https://www.deutschlandfunk.de/ordensschwester-zu-sexueller-gewalt-in-der-kirche-nicht.886.de.html?dram:article_id=454675

 

Wenn wir den Film noch einmal sehen, ruft die Ordensschwester mit ihren Interviews unseren ganzen Zorn hervor. Denn uns erscheint das, wie die Ordensschwester spricht, nicht ein Vorbild dafür zu sein, wie man mit schuldig gewordenen Menschen als einfacher Erdenbürger oder auch als Ordensschwester in der besonderen Nachfolge Christi umgehen sollte, sondern eher als ein Beispiel falsch verstandener Christlichkeit. Ein Kommentar von Hans- Jakob Weinz zum obigen Artikel des Deutschlandfunks pointiert, was wir empfinden: "Ich habe mir den Film gerade angeguckt. Mir wird übel, wenn ich sehe, wie diese Schwester redet und agiert. Das ist eine Live- Aufführung des kirchlichen Vertuschungs-/Verharmlosungsmusters. Das Gebot der Barmherzigkeit wird hier missbraucht (!), um Schuld zu verharmlosen." (Hervorhebung von uns) Jemanden decken, auch wenn man weiß, dass er Täter ist, jemanden nicht verlassen, auch wenn er Täter ist und jemanden entschulden, indem man die Taten kleinredet, das sind dann doch sehr verschiedene Schuh.

 

http://mediathek.daserste.de/Reportage-Dokumentation/Meine-T%C3%A4ter-die-Priester/Video?bcastId=799280&documentId=56915266

 

oder auch

https://www.youtube.com/watch?v=9K5udfQDzrk

 

Die Dokumentation hieß: "Meine Täter, meine Priester". Bilden Sie sich selbst Ihr Urteil.

 

 

29.07.2019   Zur Erinnerung finden: der überragende Roman zum Missbrauch von Anselm Neft: "Die bessere Geschichte" als eine "Poetik der Einfühlsamkeit"

Wie spricht man über sexuellen Missbrauch an Kindern, wie erzählt man gar davon? Eine Frage, die wir uns stellen, seitdem wir diese Website betreiben. Wir glauben, Anselm Neft hat einen Weg gefunden, die allgemeine gesellschaftlich dominante "Schweigeroutine" in Bezug auf dieses Thema zu durchbrechen, überhaupt dieses Thema auch fiktional erzählbar zu machen. "Sein Roman setzt sprachlich holprig ein. Mit Sätzen, denen das Wesentliche seltsam aus dem Fokus zu entrinnen scheint, die ungelenk wirken, hölzern, verunglückt. Aber dieser Eindruck legt sich im Verlaufe des Erzählens, und im Rückblick wird klar, dass diese Sätze Teil von Nefts Poetik der Einfühlsamkeit sind." Es ist eine Art des stolpernden Erzählens und Berichtens, eine Art der zögerlichen Selbst- und Fremdreflektion, die Opfern sexuellen Missbrauchs vertraut ist. Sie spiegelt die eigentliche Unmöglichkeit, als Opfer von der eigenen Ohnmacht und von der zermürbenden Scham kongruent und zusammenhängend, sozusagen fließend zu erzählen. Es braucht offensichtlich einen empathischen, zuhörenden Zeugen Anselm Neft (selber "nur" Zeitzeuge, aber kein Opfer), um das "hölzerne" Erzählen in manchmal zusammenhanglosen Bruchstücken aufgeben zu können, die Geschichte eines Missbrauchs in einen "spannenden" Erzählfluss zu bringen und gleichzeitig in die innere Dynamik von Opfer und Täter einzudringen wie kaum einer zuvor.

 

Die Frage der Fragen in dieser Dynamik: Wie kann das Opfer geschehen lassen, was geschieht? Was ist sein Anteil an der Verstrickung? Warum spricht das Opfer nicht und verlängert damit das an ihm verübte Verbrechen? Was in der Verstrickung ist der Gewinn des Opfers? Warum schweigen kindliche und jugendliche Opfer manchmal 20,30,40 Jahre lang? Fragen und mögliche Antworten, die weitgehend mit einem Tabu belegt sind. Um von der sog. Öffentlichkeit als Opfer anerkannt oder respektiert werden zu können, braucht es möglicherweise eine vorgestellte scheinbare Hilflosigkeit, die total ist. Das Opfer hilflos mit vor Angst geweitetem Blick in den Fängen des Verbrechers. Die Realität ist komplexer: das Opfer ist tatsächlich hilflos und verstrickt sich doch mit eigenen Anteilen auf fatale Weise mit dem Täter. Der Bereich der eigenen Entscheidungen scheint eingeengt bis zur Selbstaufgabe. Das Opfer versucht der Hilflosigkeit zu entgehen, indem es sich der Macht annähert, versucht, so zumindest teilmächtig zu werden. Der Missbrauch wird gar Teil eines jugendlichen Auszugs aus der völligen Ohnmacht und somit Teil einer "ver- rückten" Selbstermächtigung (wie groß sie dann auch immer ist). Davon zu erzählen, ohne die Verantwortung des Täters für das Verbrechen auch nur im Ansatz zu schmälern, ist das Verdienst von Anselm Neft. Für die Tat bleibt alleine der Täter verantwortlich. 

 

Danke Anselm Neft.

 

Die Rezension der FAZ bringt das wie keine andere bisher auf den Punkt:

 

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/belletristik/anselm-nefts-roman-die-bessere-geschichte-ueber-kindesmissbrauch-16286369.html

 

Lesenswert der Roman allemal, aber auch diese Schlüsselrezension.

 

 

25.07.2019  Erzdiözese Freiburg will Missbrauchsopfer unterstützen. Durchbruch in der Debatte um die Entschädigung von Opfern oder Coup der Kirche, um Entschädigungszahlungen auf niedrigstem Niveau zu halten?

 

Das Erzbistum legt in der Entschädigungsfrage von Missbrauchsopfern der katholischen Kirche plötzlich ein hohes Tempo vor und stellt eine sog. Opferrente vor:

 

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/suedbaden/Monatliche-Zahlungen-geplant-Erzdioezese-Freiburg-will-Missbrauchsopfer-unterstuetzen,aufarbeitung-missbrauch-erzdioezese-freiburg-100.html

 

Die Aktion des Erzbistums wirkt auf den ersten Blick positiv und wird in der Presse- Öffentlichkeit anscheinend auch so bewertet. Endlich tut sich etwas und den Opfern, die besonders beschädigt wurden, wird endlich Hilfe zuteil. Auf den zweiten Blick folgt die Aktion einem allzu bekannten Muster, das auch Funktionäre anderer für Missbrauchskriminalität verantwortliche Institutionen genutzt haben und nutzen- seien es die evangelische Kirche, der Sport, Internate. Nach außen der Öffentlichkeit vermitteln, als sei man zur Entschädigung bereit und im Innern alles daran setzen, dass möglichst Wenige in den Genuss einer möglichst geringen Entschädigung kommen. Als bestes Beispiel mag hier vor allem die seinerzeitige Farce um die Entschädigung der Heimkinder am "Runden Tisch Heimerziehung" gelten.

 

Uns scheint es kein Zufall zu sein, dass das Erzbistum Freiburg gerade zu diesem Zeitpunkt eine sog. Opferrente einrichtet.  Genau zu dem Zeitpunkt, als die Deutsche Bischofskonferenz Arbeitsgruppen(unter Beteiligung von Betroffenen) eingerichtet hat, die Vorschläge für mögliche Entschädigungszahlungen entwickeln sollen. Das Vorpreschen von Freiburg erinnert sehr an das Vorpreschen von Bischof Ackermann mit seinem Vorschlag der sog. Leidanerkennungsprämie, als der "Runde Tisch Missbrauch" 2011 gerade begann, die Entschädigungsfrage zu diskutieren. Mit der Kirche war dann ein entscheidender "Player" aus der Diskussion raus, die danach auch nicht mehr konsequent zu Ende geführt wurde. Gleichzeitig wurde in der Öffentlichkeit damals der Eindruck erweckt: "Wir tun was und das sofort". Der Inhalt aber war: "Wir können es billiger als jeder Vorschlag, der in der Runde des "Runden Tisches" diskutiert wird". Das Ergebnis waren die bekannten 5000,00€ als Anerkennung des Leids.

 

Jetzt prescht Erzbischof Burger vor mit dem Vorschlag der Opferrente für die "Bedürftigen" unter den Opfern und torpediert damit die Arbeit der eingerichteten Arbeitsgruppen, die bisher unterschiedliche Modelle der Entschädigung diskutieren. Wenn die Presse und damit die Öffentlichkeit den auf den ersten Blick großzügig und opferbezogen erscheinenden Vorschlag des Bistums goutiert, dann - so die mögliche Spekulation - erübrigt sich weitere Diskussion. Dass ein solcher Vorschlag die Opfer in entschädigungswürdige und entschädigungsunwürdige Opfer spaltet, ist möglicherweise ein erwünschter Nebeneffekt.

 

Mit diesem Hinweis sei nicht gesagt, dass der Freiburger Vorschlag nicht auch Teil der Lösung einer befriedenden Entschädigung sein könnte. Der Vorschlag zu diesem Zeitpunkt riecht aber eher nach einem neuen Coup, der nichts anderes soll, als hohe Entschädigungszahlungen zu verhindern.

 

Eine nachhaltige Unterstützung der Opfer wäre gegeben, wenn man klar unterscheiden würde zwischen Hilfe zum Überleben und Entschädigung, wenn man die Arbeitsgruppen, an denen auch Betroffene teilnehmen, befördern würde und wenn das Erzbistum Freiburg sich dafür einsetzen würde, dass die Missbrauchsopfer durchgängig Leistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz erhalten. Denn auch im zur Zeit diskutierten Entwurf zu einem neuen OEG ist gerade die Hilfe für Missbrauchsopfer nicht "opferbezogen" geregelt. Um Leistungen nach dem OEG zu erhalten, ist eigentlich immer ein Gerichtsurteil Voraussetzung. Das ist bei institutionellem und vor allem familiären Missbrauch oft durch die konkreten Umstände nicht gegeben. Tatsächlich wird darüberhinaus immer ein gutachterlicher schwer zu führender Nachweis darüber verlangt, dass die beklagten Folgen der verurteilten Tat auch ihr direkter Ausfluss sind.

 

Wenn das Bistum bis zur neuen gesetzlichen Regelung und bis zur praktischen Umsetzung im Einzelfall in entsprechende Vorleistung gehen würde, wäre vielen "bedürftigen" Opfern tatsächlich geholfen.

 

Hier entsprechende Texte zum Vorschlag, die auf der Website des Erzbistums zu finden sind:

 

eingangsstatement_erzbischof_stephan_bur
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entwurf_opferrente.pdf
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Screenshot Freiburg.pdf
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25.07.2019   Aufschlussreicher Artikel zu den besonderen Problemen bei der Umsetzung von Kinderschutzkonzepten  in der Katholischen Kirche

24.07.2019  Missbrauchsbetroffener des Aloisiuskollegs in Bonn berichtet bewegend über seine Geschichte, die persönlichen Folgen und die Versäumnisse des Jesuitenordens.

Dem Bericht des Bonner Generalanzeigers ist nichts hinzuzufügen, außer vielleicht das: das Ako im Herzen von Bad Godesberg war und ist ein anderes Internat und eine andere Schule als das Collegium Josephinum am Rand der Stadt Bonn (Siehe den entsprechenden Unterabschnitt dieser Website). So verschieden beide Institutionen in ihrem Ausgang sind, so gleichen sie sich doch in den Strukturen und den daraus erwachsenden Folgen der "Unheiligen Macht". Beide Internate sind mittlerweile geschlossen. Die Schicksale der Betroffenen von Gewalt und Missbrauch hier wie da unterscheiden sich kaum. 

 

http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/bad-godesberg/Betroffener-schildert-Missbrauch-am-Aloisiuskolleg-article4151852.html

 

24.07.2019  Aktuelle Debatte um den Zölibat

Der Kirchenhistoriker Hubert Wolf, selbst Priester, hat mit seinem neuen Buch zum Zölibat eine vielstimmige Debatte ausgelöst. Wir zitieren hier einige Links- und zwar wie immer pro und contra. Wir verweisen auch gerne auf den lesenswerten Roman von Wolf zum Missbrauch in einem vatikanischen Kloster, der auf der Auswertung von "erschreckenden" Geheimakten des Vatikans beruht ("Die Nonnen von Sant'Ambrogio: eine wahre Geschichte"). In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass wir selbst den Zölibat nicht als Ursache für sexuellen Missbrauch von Kindern identifizieren, wir aber dezidiert der Meinung sind, dass diese spezielle Lebensform ein Risikofaktor sein kann.

 

 

 

Hier die 16 Thesen von Wolf in Kurzform:

 

1. DAS TABU IST GEFALLEN 

Priestermangel und Missbrauchsvorwürfe zwingen den Vatikan, über den Zölibat zu reden.

2. DIE SCHWIEGERMUTTER DES PETRUS 

Der Zölibat lässt sich biblisch nicht begründen, denn im Neuen Testament gibt es selbstverständlich verheiratete Bischöfe, Priester und Diakone.

3. ZÖLIBAT IST NICHT GLEICH ZÖLIBAT 

Es wurde zu verschiedenen Zeiten nicht nur ganz Unterschiedliches darunter verstanden, die Vorschriften mussten immer wieder erneuert, modifiziert und gegen große Widerstände durchgesetzt werden.

4. VORCHRISTLICHE URSPRÜNGE 

Die Vorstellung von der kultischen Reinheit des Priesters stammt aus der jüdischen und heidnischen Antike und ist nicht mehr zeitgemäß.

5. JESUS WAR KEIN STOIKER 

Das Ideal des asketischen Priesters geht auf antike Vorstellungen von einem philosophischen Leben zurück und entspricht nicht dem Vorbild Jesu.

6. ÖKONOMISCHE WURZELN 

Die Ehelosigkeit stellte im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit sicher, dass Geistliche die ihnen unterstellten Kirchengüter nicht an ihre Kinder vererben konnten.

7. FLAGGE ZEIGEN IM GLAUBENSSTREIT 

Der Zölibat diente im konfessionellen Zeitalter zur Abgrenzung von den Protestanten.

8. AUCH PRIESTER HABEN MENSCHENRECHTE 

Die Kritik am Zölibat als Verstoß gegen die Natur radikalisierte die Zölibatsbefürworter seit der Aufklärung.

9. SPRUNG IN ANDERE SPHÄREN 

Weil andere Begründungen nicht mehr zogen, überhöhte Paul VI. den Zölibat spirituell.

10. ES GEHT AUCH OHNE ZÖLIBAT 

In den katholischen Ostkirchen gibt es selbstverständlich verheiratete katholische Priester.

11. IMMER MEHR AUSNAHMEN 

Zum Katholizismus konvertierte verheiratete evangelische und anglikanische Pfarrer empfangen mit päpstlicher Dispens die Priesterweihe.

12. NEUES ZUR SEXUALITÄT 

Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil gilt die Ehe als Abbild des Bundes zwischen Christus und seiner Kirche und kann kein Hindernisgrund für den priesterlichen Dienst sein.

13. KEIN DOGMA 

Die Lehre der katholischen Kirche ermöglicht jederzeit die Aufhebung des Zölibats.

14. GEFÄHRLICHES VERSPRECHEN 

Die verpflichtende Ehelosigkeit ist ein Risikofaktor im Hinblick auf den sexuellen Missbrauch durch Priester.

15. GÜTERABWÄGUNG 

Vor die Wahl gestellt, dem Priestermangel abzuhelfen oder den Zölibat beizubehalten, muss sich die Kirche im Interesse der heilsnotwendigen Eucharistie gegen den nicht heilsnotwendigen Zölibat entscheiden.

16. DAS ALTE SYSTEM IST AM ENDE 

Die Abschaffung des Zölibats als Instrument des Machterhalts muss Teil einer grundlegenden Reform des hierarchisch klerikalen Systems sein.

 

 

Hier einige Links:

https://www.berliner-zeitung.de/kultur/interview-mit-kirchenhistoriker--zoelibat-schafft-quasi-von-selbst-eine-priesterkaste--32908790

https://www.sueddeutsche.de/kultur/zoelibat-kirche-hubert-wolf-1.4522081

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/warum-eine-aufhebung-des-zoelibats-kein-traditionsbruch-ist-16284232.html

https://www.chbeck.de/wolf-zoelibat/product/27871843

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/warum-die-debatte-um-den-zoelibat-unzeitgemaess-ist-16308284.html

https://www.deutschlandfunk.de/zoelibat-gebt-ihn-frei.886.de.html?dram:article_id=455181

 

Auffällig die unlautere Argumention einiger Diskutanten, vor allem die des Kölner Pfarrers Thillainathan, der jeden Zusammenhang des Zölibats mit dem Missbrauch von Kindern grundsätzlich verneint.Die wissenschaftlichen Fakten, die die MHG- Studie und der australische Untersuchungsbericht aufzeigt, werden vollständig ignoriert bzw. falsch dargestellt. Ein rhetorischer Trick allererster Güte. Dass der Zölibat der Hauptfaktor für sexuellen Kindesmissbrauch ist, sagen weder Herr Wolf noch die Studien. Aber der Pfarrer behauptet, dass sie genau dies behaupten. Dieses gar nicht vorgelegte Argument wird dann als zentrale Aussage pointiert und in der Folge widerlegt (Missbrauch ist kein kirchliches sondern ein gesellschaftliches Problem). Es ist beschämend, dass jemand der für Priester zuständig ist, aufgrund einer bewusst falsch wiedergegebenen Beweislage das Ergebnis einer nach wissenschaftlichen Kriterien durchaus fundierten Studie zu widerlegen meint. Beschämend auch, weil dieser Pfarrer wie alle Priester in ihrer Ausbildung das Fach Rhetorik eingehend studiert (allein um schon den unlauteren Argumenten von Kirchen- Gegnern nicht gleich ins Messer zu laufen) haben. Der Pfarrer weiß also, was er da tut und welchen Trick er unredlich nutzt. Die Argumente des Bischofs (Dienst am Evangelium)  sind da übrigens ehrlicher und glaubensbezogener, wenn wir ihnen auch nicht folgen mögen.

 

Noch einmal das Ergebnis der Studien: der Zölibat ist laut MHG- Studie ein Risikofaktor in Kombination mit dem, was man katholische Sexualmoral nennt. Nichts mehr, aber auch nichts weniger.

 

https://www.domradio.de/themen/erzbistum-koeln/2019-07-18/die-fragen-sind-viel-komplexer-koelner-pfarrer-ueber-die-zoelibat-thesen-von-hubert-wolf

https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/hoping-wolfs-buch-ist-kampfschrift-gegen-den-zolibat

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/debatte-um-zoelibat-ehelosigkeit-ist-dienst-am-evangelium-16297318.html

https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2019/07/15/kirchenhistoriker-fuer-abschaffung-des-zoelibats/

https://rp-online.de/kultur/kirchenhistoriker-eroeffnet-neue-debatte-um-den-zoelibat_aid-44158531

 

 

23.07.2019   Synopse der Leitlinien 2013/2019 der Deutschen Bischofskonferenz zum Sexuellen Missbrauch

Im Folgenden finden sie die entsprechende Synopse, die uns vom Missbrauchsbeauftragten des Ordens zur Verfügung gestellt wurde. Wir ersparen uns eine eingehende Analyse, verweisen aber gerne darauf, dass die geringen Änderungen wesentliche Punkte betreffen, die von Betroffenen oft kritisiert wurden. Unseres Erachtens wesentlich: es heißt nun nicht mehr Leitlinien (an die man sich halten mag oder nicht), sondern es heißt "Ordnung" und betont damit die Verbindlichkeit.

Leitlinien_Endfassung_Gegenüberstellung
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23.07.2019   Weiterführung des Fonds Sexueller Missbrauch- Was läuft gut- Was ist zu verbessern?

Am 1. Mai 2019 jährte sich zum sechsten Mal der Tag, an dem der Fonds Sexueller Missbrauch vom Bund eingerichtet worden ist. Der Betroffenenbeirat beim FSM begrüßt die Entscheidung des Kabinetts, den FSM weiter zu finanzieren sehr. Das Ergänzende Hilfesystem für Missbrauchsopfer hat sich in den vergangenen Jahren entwickelt, es wurde überarbeitet, das Personal der Geschäftsstelle aufgestockt. Die daran Beteiligten engagieren sich sehr, damit die mehr als 12 000 inzwischen eingegangenen Anträge bearbeitet werden können und Verfahrensabläufe, soweit als Vorgaben und Konzeption es zulassen, beschleunigt werden. Unter folgendem Download finden sie die Stellungnahme des Beirats.

Fortsetzung FSM Vorschläge zum EHS BB Ju
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20.07.2019  Argumente für ein Nennen von Klarnamen kirchlicher Missbrauchstäter, auch wenn sie bereits verstorben und damit meist nicht strafrechtlich belangt worden sind

Herr Ponsens hat als Geschäftsführer von MoJoRed auf Nachfrage seine Argumente für ein Nennen von Klarnamen in der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen zusammengestellt. Die Argumente sind nur gültig, wenn ein hinreichend geprüfter Verdacht vorliegt, wenn der Täter oder die Täterin strafrechtlich nicht mehr belangt werden kann, weil er verstorben ist.

Namensnennung 1.pdf
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19.07.2019  Nach der Aufklärung von Gewalt und Missbrauch im vorigen Jahr jetzt der Beginn der Aufarbeitung: Die Regensburger Domspatzen

Sehr sehr spät haben die Verantwortlichen in Regensburg vor zwei Jahren begonnen, den Missbrauch und die Gewalt bei den Domspatzen aufzuklären (Rechtsanwalt Weber). Jetzt erscheinen zwei Studien: eine sozialwissenschaftlich orientiert, die andere kriminologisch. Das lange Hinauszögern wird sozusagen verständlich, wenn man nun das abschließende Urteil über die Rolle des Papstbruders Georg Ratzinger im Internat in Regensburg liest.

 

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/neue-studien-zu-missbrauch-bei-regensburger-domspatzen-16297063.html

https://www.sueddeutsche.de/bayern/regensburger-domspatzen-missbrauch-1.4534605

 

18.07.2019  Zum Umgang der Kirche mit den Fehlern ihrer Päpste: Die Fehler der Unfehlbaren

18.07.2019   Bistum Trier startet Aufarbeitungsprojekt zu Internat und Schule in Gerolstein: Das Albertinum

15.07.2019  In Trier trafen sich Betroffene sexuellen Missbrauchs im Bistum Trier mit Bischof Ackermann zu einem ersten offiziellen Gespräch

14.07.2019  Beschämende Predigt eines Pfarrers in Münster zu Missbrauch in der katholischen Kirche

Zeitungsausschnitte zu Münsteraner Fall
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13.07.2019  Das große Tabu: Missbrauch im Sport

Sehenswerter Beitrag der Sportschau im Ersten. in der Mediathek abrufbar.

https://www.sportschau.de/weitere/allgemein/video-sexueller-missbrauch-im-sport---das-grosse-tabu-100.html

12.07.2019  Ehemaliges Heimkind - "Nur einmal in ihre Augen blicken" (Artikel der Süddeutschen)

Artikel-Empfehlung aus der Süddeutschen Zeitung:

Ehemaliges Heimkind - "Nur einmal in ihre Augen blicken"

 

Richard Sucker wurde im Kinderheim so schwer misshandelt, dass er sterben wollte. Er überlebt und sucht nach seiner Familie. Ohne Erfolg. Bis er 2011 einen Brief erhält.

https://sz.de/1.4513710

03.07.2019   Neue Bertelsmann- Studie: Kindern fehlt vor allem Eines: Sicherheit

Um einen "gesellschaftlichen" Überblick über die Entwicklungen von Kindern und Jugendlichen zu bekommen, empfiehlt sich immer wieder die regelmäßig erscheinenden Studien der Bertelsmann- Stiftung. Was in der neuesten Studie bewegt: 25% der Kinder fehlt vor allem das Gefühl von Sicherheit in der Schule. Wenn es eines Beweises bedurft hätte, wie wichtig gelebte Schutzkonzepte in Schulen sind, hier wäre er. Aber viele Schulen wollen da gar nicht genauer hinschauen. Sie behaupten, bei uns sind die Kinder sicher, weil wir es sind, die diese Schule machen. Von Eltern wird diese Selbstdarstellung allzu gerne geglaubt. Gewissheit gibt einzig eine sauber durchgeführte Evaluation unter den Schülern selbst. Aber wer wagt das schon. Das Collegium Josephinum in Bonn unseres Wissens bisher jedenfalls nicht.

Wovor haben solche Schulen eigentlich Angst?

 

Hier der entsprechende Link: https://spon.de/afvVY

 

02.07.2019  Neue Formulare bei Beantragungen von finanziellen Hilfen bei Missbrauch

Seit heute gibt es neue und aus unserer Sicht bessere Formulare für die Beantragung finanzieller Hilfen für Opfer sexueller Gewalt in der Familie. Für die institutionellen Opfer hat sich nichts geändert.

 

https://www.fonds-missbrauch.de/fileadmin/content/neu/190506_FSM__famili%C3%A4r.pdf

 

01.07.2019   Lesenswertes Interview mit dem Leiter der sog. MHG- Studie. Leichte Frustration über die "zurückhalttende" Bereitschaft der Katholischen Kirche, Missbrauch konsequent aufzuarbeiten, verbirgt Prof. Dreßing nicht.

27.06.2019  Opfer sexueller Gewalt können weiterhin finanzielle Hilfen beim Fonds Missbrauch beantragen.

Betroffene sexualisierter Gewalt im Kindes- und Jugendalter sollen weiterhin Hilfen vom Bund erhalten. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch mit dem Bundeshaushaltsentwurf für 2020 beschlossen, dass die Finanzierung des Fonds „Sexueller Missbrauch im familiären Bereich“ fortgesetzt wird. Anträge auf Hilfen an den Fonds können damit weiterhin gestellt werden. Bisher sind rund 11.500 Anträge eingegangen. Vorbehaltlich der Zustimmung durch das Parlament werden die Mittel im Vergleich zu 2019 um 28,4 Millionen Euro auf 45,4 Millionen Euro aufgestockt. 

 

https://www.bmas.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2019/reform-soziales-entschaedigungsrecht.html

 

29.06.2019  Ehemaliger Priester bekennt sich zu seinem Schweigen über Missbrauch

28.06.2019    Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht das Protokoll des Workshops bezüglich der Anerkennungs- und Entschädigungsleistungen der Katholischen Kirche.

 

Als Link der Hinweis auf die Presseerklärung der DBK und als weiterer Link das Protokoll. Am Workshop haben auch zwei Mitglieder unseres Vereins mitgearbeitet.

 

https://www.dbk.de/presse/aktuelles/meldung/auftaktveranstaltung-anerkennungentschaedigung/de

 

https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_2019/2019-05-27_Kick-off-Workshop_Anerkennung-Entschaedigung-des-Leids_Protokoll.pdf

 

27.06.2019  Missbrauch in der katholischen Kirche - "Die Vertuscher sind beteiligt an diesen Verbrechen"

27.06.2019  Was brauchen Gewaltopfer?

26.06.2019 Von der Last ein Opfer zu sein oder: Von der Unmöglichkeit zu vergeben. Ein Beitrag von Doris Reisinger

LS_3_2019_Reisinger_Von_der_Last_ein_Opf
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25.06.2019  Ständiger Rat der DBK befasst sich mit der Überarbeitung der Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch

 

Ständiger Rat befasst sich mit der Überarbeitung der Rahmenordnung Prävention, der Leitlinien und des Maßnahmenkatalogs zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs

 

Der Ständige Rat hat sich auf seiner heutigen Sitzung (25. Juni 2019) in Berlin mit Entwürfen zur Überarbeitung der Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch und der Rahmenordnung Prävention befasst. Die Entwürfe wurden seit Juni 2017 in Redaktionsprozessen unter Einbeziehung von Betroffenen erarbeitet. Dabei wurden Hinweise aus den (Erz-)Bistümern ebenso berücksichtigt wie die Ergebnisse des Gutachtens des Instituts für Praxisforschung und Projektberatung München zum Bistum Hildesheim (Oktober 2017), der MHG-Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (September 2018) und neuere datenschutzrechtliche Entwicklungen. 

 

Mit der Veröffentlichung des Motu proprio Vos estis lux mundi am 9. Mai 2019 hat Papst Franziskus ein weiteres Dokument im Kampf gegen den sexuellen Missbrauch erlassen. Auch wenn viele der neuen universalkirchlichen Normen bereits durch die Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz abgedeckt sind, müssen Regelungen des Motu proprio in die Leitlinien und die Rahmenordnung eingearbeitet werden. Aus diesem Grund hat der Ständige Rat die Geltungsdauer der aktuellen Regelungen bis zum 31. Dezember 2019 verlängert. Die abschließenden Entwürfe sollen bis Ende 2019 verabschiedet werden. 

 

Als Reaktion auf die Ergebnisse der MHG-Studie haben die deutschen Bischöfe am 20. November 2018 fünf zentrale Schritte angekündigt, die unter der Verantwortung von Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), Beauftragter für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes der Deutschen Bischofskonferenz, konsequent umgesetzt werden (siehe auch Pressemitteilung vom 20. November 2018). Bischof Ackermann hat im Ständigen Rat über die kontinuierlichen Fortschritte berichtet. Bei der Umsetzung aller Arbeitsschritte wird großer Wert auf die Zusammenarbeit mit Betroffenen, externen Sachverständigen, Vertretern staatlicher Stellen und Wissenschaftlern gelegt. Zum Stand der Arbeiten berichtete Bischof Ackermann:

 

·      Zur Erarbeitung einer standardisierten Aktenführung wurde eine bundesweite Erhebung zur gegenwärtigen Praxis in den (Erz-)Bistümern durchgeführt. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für die Erarbeitung einer bundeseinheitlichen Rahmenordnung, welche die Dokumentation von Missbrauchsbeschuldigungen in allen (Erz-)Bistümern einheitlich, transparent und verbindlich sicherstellen soll. Eine Expertengruppe wird diese Rahmenordnung erarbeiten, die sich am weltlichen Beamtenrecht orientieren soll.

·      Die MHG-Studie hat die Einrichtung von unabhängigen Anlaufstellen für Betroffene empfohlen, welche eine niedrigschwellige und von der katholischen Kirche unabhängige Beratung gewährleisten sollen. Dazu werden zurzeit Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle Bundeskoordinierung Spezialisierter Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend (BKSF) geführt.

·      Zur Weiterentwicklung des gegenwärtigen Verfahrens zur Anerkennung des Leids fand am 27. Mai 2019 ein Kick-off-Workshop statt, bei dem 28 fachkundige Personen aus Kirche und Gesellschaft Vorschläge für eine Reform des aktuellen Systems erarbeitet haben (siehe auch Aktuelle Meldung vom 28. Mai 2019). Diese bezogen sich unter anderem auf die Struktur und Transparenz des Verfahrens sowie auf die Unabhängigkeit des Entscheidungsgremiums. Es wurde außerdem besprochen, ob eine möglichst individualisierte oder pauschale Lösung vorzuziehen sei. Deutlich wurde dabei, wie wesentlich ein betroffenensensibles Vorgehen in dem gesamten Verfahren ist. Die im Workshop gewonnenen Erkenntnisse werden durch Erhebungen zur Zufriedenheit von Betroffenen mit dem aktuellen System und zur Akzeptanz bei den unterschiedlichen Beteiligten ergänzt. Eine unabhängige Arbeitsgruppe wird beauftragt, Grundsätze für die Überarbeitung und Weiterentwicklung des Verfahrens vorzulegen, die auf möglichst breite Zustimmung stoßen.

·      Zur Sicherstellung einer transparenten und unabhängigen Aufarbeitung arbeitet die katholische Kirche mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig, und einer von ihm eingerichteten Arbeitsgruppe zusammen. Am 22. Mai 2019 fand dazu ein erstes Treffen statt, bei dem sich über das weitere gemeinsame Vorgehen verständigt wurde. Bis zum Herbst soll eine Vereinbarung zu einheitlichen Standards und Kriterien der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im katholischen Bereich geschlossen werden. 

·      Im Anschluss an die Beratungen zur MHG-Studie im September 2018 erklärten die deutschen Bischöfe, ein verbindliches überdiözesanes Monitoring für die Bereiche der Intervention und der Prävention einzurichten. Mithilfe eines solchen überdiözesanen Monitorings soll die bisher bemängelte Undurchsichtigkeit und Uneinheitlichkeit im Umgang mit den Maßnahmen und Verfahren zur Intervention, Prävention und Aufarbeitung systematisch erfasst und behoben werden. Dazu wird eine Zusammenarbeit mit dem Institut für Prävention und Aufarbeitung (IPA) angestrebt, dessen Gründung am 27. Mai 2019 öffentlich angekündigt wurde und das Mitte September 2019 in Lantershofen seine Arbeit aufnimmt.

 

Hintergrund

Die Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener durch Kleriker, Ordensangehörige und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz aus dem Jahre 2002 wurden überarbeitet und in einer ersten Fassung am 1. September 2010 ad experimentum für drei Jahre erlassen. Am 26. August 2013 wurde eine weitere überarbeitete Fassung für fünf Jahre erlassen. Die überarbeitete Rahmenordnung Prävention gegen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und erwachsenen Schutzbefohlenen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz wurde am 26. August 2013 verabschiedet und ersetzte damit die Erstfassung vom 23. September 2010.

 

Hinweise:

Der Maßnahmenkatalog sowie ein Überblick über zentrale Maßnahmen der katholischen Kirche in Deutschland im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch an Minderjährigen im kirchlichen Bereich seit Januar 2010 sowie weitere Informationen zu den Themen Missbrauch und Prävention sind unter www.dbk.de auf der ThemenseiteSexueller Missbrauch verfügbar. 

 

Dort sind ebenfalls die aktuellen Versionen der Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker, Ordensangehörige und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz sowie der Rahmenordnung Prävention von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz zu finden.

 

20.06.2019  Diakon kommt mit Bewährungsstrafe für die Vergewaltigung einer 15jährigen davon

 

Unfassbar die große Unterstützung, die der Täter auch noch heute,im Jahr 2019, aus seiner Gemeinde erfährt. Auch das zugesprochene Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 € scheint uns für ein junges Leben, das in Trümmern liegt, nicht angemessen.

 

18.06.2019   Betroffenenbeirat des Erzbistums Köln hat sich konstituiert. Erzbischof Wölki erwartet eine gute Zusammenarbeit und vor allem kompetente Beratung in Fragen der Intervention und der Prävention bei Sexualisierter Gewalt.

Der von Erzbischof Wölki berufene Betroffenenbeirat hat sich nach mehreren Treffen eine Geschäftsordnung gegeben und hat Leitlinien der Zusammenarbeit untereinander und mit dem Stab des Erzbischofs verabschiedet. Zwei Mitglieder unseres Vereins sind als ordentliche Beiratsmitglieder bestellt. Der Erzbischof hat zusammen mit den Sprechern des Beirats die Ziele der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

Die Zusammenarbeit des Beirats mit der Stabsstelle Intervention und mit der Stabsstelle Prävention gestaltet sich bisher ausgesprochen vertrauensvoll und konstruktiv.

 

https://www.domradio.de/themen/sexueller-missbrauch/2019-06-18/sehr-wichtiger-schritt-fuer-unser-erzbistum-kardinal-woelki-empfaengt-sprecher-des

 

12.06.2019  Aufsichtspflicht pädagogischer Institutionen in Deutschland offensichtlich nicht wirklich durchsetzbar. Institutionelle Nicht- Aufsichtspflicht zumindest in Internaten in einem bemerkenswerten Urteil festgeschrieben. "Naive  Pädagogik" schützt die Täter und die Gelegenheitsstruktur, die die Institution bietet. Die Opfer bleiben mit ihrem Schicksal allein.

 

Der Deutschlandfunk hat sich wieder einmal besondere Verdienste durch seine Recherche im Fall der mehrfachen Vergewaltigung eines körperbehinderten Kindes erworben. Jede Zeile des Berichtes scheint einem Horror- Tatort- Drehbuch der ARD zu entstammen. Das entsprechende Gerichtsurteil hinterlässt Kopfschütteln und Wut. Da behauptet der vom Gericht eingesetzte Gutachter doch tatsächlich, eine Aufsichtspflicht von Erziehern sei deshalb nicht gegeben, weil diese sich einer "naiven Pädagogik" bedienten. In der Folge bleibt die "Gelegenheitsstruktur" der Einrichtung unhinterfragt und ungesühnt und in der Folge das schwerst traumatisierte Kind ohne Entschädigung. Ansonsten ein Paradebeispiel für den verzweifelten Kampf vieler Betroffener und Mitbetroffener um Gerechtigkeit.

 

Lesenswert!!!

 

 https://www.deutschlandfunk.de/missbrauch-taten-ohne-taeter.2540.de.html?dram:article_id=450217

 

10.06.2019   Machismo und die Ohn- macht der Frauen in der Kirche

 

Aufschlussreiches Interview zur Machtfrage in der Kirche. Die Macht liegt in den Händen der Männer. Die Nichtzulassung von Frauen zum Priestertum insofern konsequent.

 

https://www.zeit.de/2019/24/christiane-florin-weiberaufstand-katholische-kirche-gleichberechtigung-frauen-macht

 

08.06.2019   Missbrauch von Kindern durch Priester in Kamerun. Mitleid erfahren die Priester

Der Deutschlandfunk berichtet über Missbrauch von Kindern in Kamerun durch katholische Priester. Erschreckend: die Gläubigen haben Verständnis, gar Mitleid mit den Priestern wegen des auferlegten Zölibats. Der Missbrauch an Kindern wird vorwiegend unter dem Blickwinkel der Sünde der Priester bewertet. Die Kinder und ihr Leid kommen gar nicht in den Blick. Lesenswert wegen der völlig verdrehten Bewertungsmaßstäbe. Eine Verdrehung allerdings, die die zahllosen Missbrauchsfälle der vergangenen Jahrzehnte und ihre Vertuschung bzw. Verleugnung innerhalb der katholischen Kirche bestens erklärt. Wenn es nicht um das Leid der Opfer sondern um die Sünde, sprich Todsünde von Priestern geht, wird verständlich, dass der härteste Richterspruch der kath. Kirche gegen Priestertäter lautet: Verbot, Gottesdienst abzuhalten. Es wird auch verständlich, dass die Kirche sich beim Schuldausgleich (Entschädigung) bis heute so schwer tut.

 

https://www.deutschlandfunk.de/missbrauch-in-kamerun-die-priester-und-der-sex.886.de.html?dram:article_id=450591

 

07.06.2019 Noa Pothoven. Tod durch Depression und Magersucht nach Missbrauch

Der Fall des Mädchens Noa Pothoven, die jetzt 17jährig verstorben ist, ging mehrfach durch die Presse wegen der von ihr herbeigesehnten Sterbehilfe, die von den niederländischen Gerichten aber verwehrt wurde. Unbeachtet blieb der Hintergrund des Todeswunsches, nämlich der sexuelle Missbrauch an ihr:

"Als Noa am vergangenen Sonntag ihren letzten Atemzug nahm, hatte sie einen langen Leidensweg hinter sich. Mit elf Jahren wurde sie zum ersten Mal missbraucht, auf einer Schulfeier. Ein weiteres Mal im Alter von 12. Als sie 14 war, wurde sie von zwei Männern in ihrem Heimatort Arnheim vergewaltigt. "Ich erlebe diese Angst, diesen Schmerz jeden Tag wieder. Ich bin immer verängstigt, immer auf der Hut. Bis heute fühlt sich mein Körper schmutzig an", sagte sie der Zeitung "Gelderlander". Damals habe sie "aus Angst und Scham" geschwiegen.

Der seelische Schmerz wuchs, richtete sich nach innen. Noa veränderte sich, hungerte. Die Eltern merkten lange nichts, bis Mutter Lisette vor anderthalb Jahren beim Putzen eine Plastiktüte mit Abschiedsbriefen fand. Ein Schock. "Noa ist süß, schön, klug, sozial und immer fröhlich", sagte sie der Zeitung. "Wie ist es möglich, dass sie sterben möchte?"

Erst Jahre nach den Übergriffen erstattet Noa Anzeige gegen ihre Peiniger, doch zu einer Aussage konnte sie sich nicht durchringen. "Sie muss der Polizei genau sagen, was diese Männer mit ihr gemacht haben", so Mutter Lisette. "Aber sie findet das immer noch zu schwierig. Zu konfrontativ." Sie habe die Hoffnung, dass die Vergewaltiger ihres Kindes eines Tages gefasst werden, damit sie "erfahren, was sie angerichtet haben"."

Auf RTL. de finden Sie einen überraschend aufschlussreichen und ausführlichen Bericht dazu: 

https://www.rtl.de/cms/eltern-lassen-ihre-tochter-sterben-noa-pothovens-17-trauriger-weg-in-den-tod-4350915.html

06.06.2019   Brandmeldung! Erschütternde Zahlen minderjähriger Gewaltopfer nach der Polizeilichen Kriminalstatistik 2018

Berlin, 06. Juni 2019 Zahlen kindlicher Gewaltopfer nach der Polizeilichen Kriminalstatistik 2018

Entwicklungen für einen verbesserten Kinderschutz bleiben erneut aus

Die Deutsche Kinderhilfe – Die ständige Kindervertretung e.V. stellte heute gemeinsam mit Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes, Kathinka Beckmann, Professorin für klassische und neue Arbeitsfelder der Pädagogik der Frühen Kindheit an der Hochschule Koblenz und Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik 2018 zu kindlichen Gewaltopfern vor. Im Jahr 2018 sind 136 Kinder gewaltsam zu Tode gekommen. Fast 80 Prozent von ihnen waren zum Zeitpunkt des Todes jünger als sechs Jahre. In 98 Fällen blieb es bei einem Tötungsversuch. Bei den Zahlen zu Misshandlungen ist ein leichter Rückgang von 4.247 auf 4.180 betroffene Kinder zu verzeichnen. Im Bereich sexuelle Gewalt sind die Delikte des sexuellen Missbrauchs von Kindern nach den §§ 176, 176a und 176b um 6,43 Prozent gestiegen. Insgesamt waren 14.606 Kinder von sexueller Gewalt betroffen. Das sind 40 Fälle pro Tag, von denen wir Kenntnis erlangen. Die in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfassten Fallzahlen zur Herstellung, zum Besitz und zur Verbreitung sogenannten kinderpornografischen Materials sind von 6.512 auf 7.449 Fälle gestiegen. Das ist ein Anstieg von 14,39 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Die allermeisten Delikte gegen Kinder – Misshandlungen, sexuelle Übergriffe oder sexueller Missbrauch – passieren zwar hinter verschlossenen Türen, doch oft in Familien oder sozialen Gruppen mitten unter uns, oft jahrelang“, erklärt Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes. „Daher sind wir alle gefragt, wachsam zu sein und nicht wegzuschauen. Jeder, der auf strafbare Handlungen aufmerksam wird, sollte nicht zögern und Strafanzeige erstatten, um das Leid der Kinder zu beenden. Wer wegschaut, macht sich mitschuldig!“ Dem schließt sich Rainer Becker, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe – Die ständige Kindervertretung e.V. an und fordert: „Wenn wir Kinderschutz ernst nehmen wollen, müssen wir zunächst unsere eigene Haltung kritisch hinterfragen. Haltung meint, Kinder und ihre Bedürfnisse wahrzunehmen, ihnen zuzuhören und sie ernst zu nehmen, das Recht auf Beteiligung wirklich umzusetzen. Haltung bedeutet, das professionelle Selbstverständnis immer wieder zu überprüfen, um den Anforderungen im Kinderschutz gerecht zu werden. Dafür braucht es Aufmerksamkeit, Engagement und Beharrlichkeit.“ Daneben beklagt Kathinka Beckmann, Professorin für klassische und neue Arbeitsfelder der Pädagogik der Frühen Kindheit an der Hochschule Koblenz, die Situation in der Kinder und Jugendhilfe: „Zu wenig Fachkräfte bei steigenden Fallzahlen, keine ausreichende Qualifizierung der Mitarbeitenden, eine mangelnde finanzielle Ausstattung. Die Hauptakteure im Kinderschutz – die Allgemeinen Sozialen Dienste der Jugendämter – unterliegen defizitären strukturellen Rahmenbedingungen.“ Sie mahnt daher in aller Deutlichkeit: „Wer in der Jugendhilfe spart, die Jugendämter nicht angemessen mit ausreichend – und ausreichend qualifiziertem – Personal ausstattet, der begeht institutionelle Kindeswohlgefährdung.“ Mit Blick auf die Zahlen im Bereich der sexuellen Gewalt gegen Kinder stellt der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, fest: „Zu sexueller Gewalt gegen Mädchen und Jungen spricht die PKS auch für das Jahr 2018 eine erschütternd deutliche Sprache. Ein weiterhin hohes Niveau der angezeigten Fälle beim Kindesmissbrauch, eine starke Steigerung der Fälle bei den Missbrauchsabbildungen. Das darf niemanden in der Politik kalt lassen. Die Bekämpfung von sexueller Gewalt gegen Minderjährige muss viel konsequenter angegangen werden. Die Ermittlungsmöglichkeiten müssen weiter geschärft werden. Die IP-Adresse führt zum Täter, weshalb wir in Deutschland dringend eine EU-rechtskonforme Vorratsdatenspeicherung brauchen. Nach den Missbrauchsfällen von Lügde und Staufen appelliere ich dringlich an alle Landesregierungen, Landesmissbrauchsbeauftragte einzurichten, ressortübergreifende Bestands- und Defizitanalysen zum Kinderschutz durchzuführen und konkrete Maßnahmen mit Zeitplan und Preisschild zu vereinbaren. Die hohe Zahl der Missbrauchsfälle darf von keinem Bundesland hingenommen werden. Die Landesregierungen halten den Schlüssel für besseren Schutz und bessere Hilfen in der Hand.“ Pressekontakt Deutsche Kinderhilfe – Die ständige Kindervertretung e.V. Rainer Becker Telefon: 030 24 34 29 40 Mobil: 0151 174 89 289 presse@kindervertretung.de www.kindervertretung.de 

 

 

Umgerechnet: in jeder deutschen Schulklasse sitzen zwei Kinder, die sexuelle Gewalt erfahren haben

 

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/mehr-missbrauchsfaelle-zwei-kinder-pro-schulkasse-werden-zu-opfern-16224804.html

 

Wer sich eingehender zu obiger Presseeklärung informieren will, lese den aufschlussreichen Artikel in der "Welt" 

„Unvorstellbare Grausamkeiten, die Menschen Kindern antun“. Hier der entsprechende Link:

 

https://www.welt.de/politik/deutschland/article194894465/Missbrauch-Unvorstellbare-Grausamkeiten-die-Menschen-Kindern-antun.html

 

Auch das bestätigt die Presseerklärung bzw. die veröffentlichten Zahlen: wir dürfen nicht aufhören, uns für eine gute Prävention einzusetzen. Eine Prävention, die allen fachlichen Maßgaben folgt- und nicht eine Prävention, die sich ihre Notwendigkeiten selber strickt, eine, die nach eigenem Gusto gestaltet wird und der Maßgabe folgt, dass wir fachliche Expertise  noch nie nicht nötig hatten, weil wir ja so besonders sind. 

 

04.06.2019   Taize! Was für ein Ort! Welche Spiritualität! Auch ein Ort des Missbrauchs heiliger Macht.

Für alle, die in den 70er Jahren jung waren, war Taize ein Ort mit besonderer Ausstrahlung. Und das ist er wohl bis heute geblieben. Wer aber auch nur ein wenig Einblick gewonnen hat in "besondere Orte", in "besondere Institutionen" und solche, die sich so fühlen, weiß auch: es sind immer auch Orte für Täter. Täter nutzen für sich die Heiligkeit, die Spiritualität, den besonderen Nimbus solcher Orte und Institutionen. Solche Orte sind wie sonst nur wenige Orte besonders geeignet, Tatort zu werden. Jetzt haben sich zaghaft erste Opfer gemeldet. Auch das gehört zu diesen besonderen Orten: nirgendwo sonst ist die Scham größer, Opfer geworden zu sein, nirgendwo sonst ist das selbstauferlegte Schweigegebot größer.

 

https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/geistliche-sollen-jugendliche-in-taize-missbraucht-haben-16221224.html

 

 

03.06.2019   Lächerliche Höhe von Entschädigungszahlungen an lebenslang beschädigte Missbrauchsopfer lösen Kopfschütteln aus

Wie beschämend und unverhältnismäßig Entschädigungszahlungen nach dem OEG (Opferentschädigungsgesetz), diskutierte Zahlungen der katholischen Kirche an Missbrauchsopfer oder gar die Zahlungen in Anerkennung des zugefügten Leids in Höhe von 5.000,00€ sind, wird doch sehr deutlich an Zahlungen, die beispielsweise Prominente in Deutschland erhalten bloß bei unrechtmäßiger Verwendung ihres Bildes in einer Zeitschrift. Hier als Beispiel das uns besonders empörende Urteil bezüglich der "nicht autorisierten" Verwendung eines Bildes von Günter Jauch:

 

https://mobil.ksta.de/nrw/tv-zeitschrift-muss-an-guenther-jauch-20-000-euro-zahlen-32644290

 

Lesenswert!

 

Im deutschen Entschädigungsrecht (und das beileibe nicht nur bezogen auf sexuelle Gewalt) stimmt nichts, aber auch gar nichts. Wenn das endlich über die Diskussion der "unverschämten" Forderungen von Missbrauchsopfern der Öffentlichkeit deutlich würde, es wäre viel gewonnen. Hört man hier etwas Konstruktives aus der Politik? Sieht man hier Bewegung? Gibt es hierzu Talkshows bei Maischberger oder anderen? Was hier Kopfschütteln auslösen sollte, für uns Betroffene ist das eindeutig. 

Und es stimmt: keine Entschädigungszahlung kann das Verbrechen wieder gut machen und die Ermöglichung der Verbrechen durch Wegsehen sühnen- und doch ist sie notwendig und richtig.

 

Auf die Opfer des Holocaust oder die Zwangsarbeiter und ihre geringe Entschädigung hinzuweisen, auch das hilft nicht. Sowohl die damaligen Verfahren selbst wie erst recht die Zahlungen, sie waren von Anfang an nur lächerlich, beschämend und allein politischem Kalkül geschuldet. Aber heute ist nicht mehr 1945, nicht mehr 1970, nicht mehr 1989, ja nicht einmal mehr 2018. Man kann es gerne überprüfen.

 

 

01.06.2019  Leben nach einer Vergewaltigung "Jahrelang war ich Soldatin"

 

Wie wir finden, ein starkes Interview über die Folgen eines Schwerverbrechens mit einer Frau, die als Kind vergewaltigt wurde - und der Hinweis auf eine aufrüttelnde Selbst- Biografie über das Überleben.

 

https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/adelaide-bon-ueber-ihr-leben-nach-einer-vergewaltigung-a-1260272.html

 

Wenn hier eines deutlich wird: ein Missbrauchsopfer kann niemals den Tätern, den Verantwortlichen, dem Tatort - wie man gerne und ohne nachzudenken verlangen könnte - unvoreingenommen gegenübertreten. Es gibt viele Möglichkeiten Zugang zu finden, aber unvoreingenommen? Das verlange man doch bitte nicht und niemals.

 

 Eine andere eindrückliche aktuelle Geschichte (aber mit paywall versehen) zum Missbrauch in einem Kinderheim:

 

https://www.augsburger-allgemeine.de/donauwoerth/Missbrauch-im-Kinderheim-Marsha-kann-nie-mehr-vertrauen-id54436796.html

 

 

01.06.2019      Katholische Kirche im Umgang mit "Missbrauch" trotz aller "heiligen" Worte des Papstes gespalten

31.05.2019    Übersichtsartikel zur Studie der Deutschen Bischofskonferenz "Missbrauch", sog. MHG- Studie

 

Nicht jeder will sich die Zeit nehmen, die vielen hundert Seiten der Studie zu lesen. Hier ein guter Übersichtsartikel zur Studie  im  Deutschen Ärzteblatt:

 

https://www.aerzteblatt.de/archiv/207897/Sexueller-Missbrauch-durch-katholische-Kleriker

 

30.05.2019  Austausch von Mitbetroffenen (Angehörige von Betroffenen und andere Zeugen) - erster Aufruf, sich zu melden

Offensichtlich gibt es sowohl bei uns als auch bei anderen Betroffenenzusammenschlüssen ein erhöhtes Bedürfnis zum  Austausch von Mitbetroffenen (Angehörige von Opfern) .

 

Zu unserem Kreis gehören im erweiterten Sinn bisher offiziell 1 Mitbetroffene (Ehefrau) und informell (im Anschluss an die offiziellen Treffen) regelmäßig 4 Mitbetroffene (Ehefrauen), dazu mehrere Ordens Leute, die sich aber nicht als Mitbetroffene sehen, obschon sie es strenggenommen sind. Beim nächsten Mal mit dabei die Ehefrau eines  bereits verstorbenen Betroffenen, der es ein Herzensanliegen ist, uns kennenzulernen und über das schwere Trauma- Erbe ihres Mannes zu sprechen. Tatsächlich haben wir bei bisherigen Gesprächen festgestellt, dass die sog. Mitbetroffenen oft leichter und präziser über die Auswirkungen der Verbrechen berichten können als die Betroffenen selbst. 

 

Das Anliegen ist der Austausch unter Mitbetroffenen vor dem Hintergrund der Selbsthilfe. Möglicherweise kann z. B. mindestens ein Forum über ein digitales soziales Netzwerk gegründet werden. Nach unseren Informationen scheint es so zu sein, dass kirchlicherseits bisher eher versucht wurde, zu verhindern, dass Opfer und Mitbetroffene überhaupt zueinander finden. Mit den Ansprechpartnern im Orden der Redemptoristen haben wir allerdings andere und bessere Erfahrungen gemacht.

 

Wer Interesse an einer Möglichkeit zum Austausch hat, melde sich doch bitte beim Verein, damit wir einen ersten Kontakt zu anderen Mitbetroffenen herstellen.

 

Sollte jemand bereits wissen, wo es eine Möglichkeit für Mitbetroffene gibt, sich auzutauschen, freuen wir uns über jeden Hinweis. 

 

29.05. 2015 Erste Expertenrunde der Katholischen Kirche (DBK) zu möglichen Entschädigungszahlungen an Betroffene.

 In Bonn fand am Montag,den 27.05.2019 eine erste Expertenrunde zu Entschädigungszahlungen der Kirche an Missbrauchs- und Gewaltopfer statt. 

 

Hier ein Link zu einem die Diskussion auf dieser Tagung recht verkürzenden Bericht des Spiegels:

 

https://www.spiegel.de/panorama/katholische-kirche-missbrauchsopfer-fordern-milliarden-als-entschaedigung-a-1270176.html

 

In diesem Zusammenhang nicht uninteressant die neuen Recherchen des Spiegel zum Vermögen der Kirche:

 

https://m.spiegel.de/wirtschaft/soziales/katholische-kirche-das-versteckte-vermoegen-der-bistuemer-a-1269846.html

 

hier ein kleiner Ausschnitt :

 

 

"Doch das gilt längst nicht für alle Gebäude, zumal sich hinter der Bilanz teils große andere Immobilienwerte verstecken: In Form von Beteiligungen an Wohnungsbaugesellschaften oder nicht marktbewerteten Mietshäusern. Das Erzbistum Köln ist etwa mit mehr als 40 Prozent an der Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft beteiligt, die insgesamt 25.000 Wohnungen verwaltet."

          

 

28.05.2019  Hier Verbrechen in kirchlicher Verantwortung, da Verbrechen in staatlicher Verantwortung. Kinder bei pädophilen Pflegevätern

Jahrelang haben Berliner Jugendämter Kinder zu pädophilen Pflegevätern geschickt. Die Opfer leiden bis heute unter der Missbrauchsfolgen. Erschreckend die Parallelen in der Rechtfertigung der Verbrechen und auch in den Folgen der Verbrechen für die Opfer. Erschreckend auch die Parallelen, wie mit Opfern umgegangen wird:

 

https://www.deutschlandfunk.de/verbrechen-in-staatlicher-verantwortung-kinder-bei.1773.de.html?dram:article_id=449899

 

 

27.05.2019   Die Bistümer Trier und Köln gründen eigenes Institut zur Aufarbeitung und Prävention sexualisierter Gewalt

https://www.kathpress.at/goto/meldung/1769943/deutschland-kirche-gruendet-institut-zur-missbrauch-aufarbeitung

 

Dazu besonders hörens- und sehenswert:

 

https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-koeln/video-aufklaerung-von-missbrauchsfaellen-im-koelner-erzbistum-100.html

 

 

Um zu beurteilen, was Sinn und Zweck eines solchen Instituts ist, braucht es mehr Informationen, als sie bisher vorliegen. Jetzt nur soviel: Selbstverständlich ist es zu begrüßen (und von uns auch immer wieder als Hinweis eingebracht), wenn die Kirche auch mit eigenen Mittel und eigenen Leuten den Missbrauch aufarbeitet. Wer weiß besser Bescheid über die "geheiligte Macht" (Büntrup), die inneren Mechanismen der Verdeckung, des Verschweigens, über die besondere Art, Akten anzulegen und Archive zu führen, als die Kirchenleute selbst? Aber natürlich ist Misstrauen angesagt, wenn das bedeutet, dass die Kirche sich durch Gründung eines solchen Instituts der Aufarbeitung durch Externe entziehen will. Glaubhaft wird der Aufarbeitungsauftrag an ein solches Institut nur dann, wenn auch externe Wissenschaftler ihrerseits aufarbeiten und wenn eine unabhängige Kontrolle des Auftrags durch Betroffene offiziell installiert wird. Externe Aufarbeitung wird dabei nicht überflüssig. Interne und externe könnten sich allerdings ergänzen. Die Berufung von Herrn Vogt zum Leiter des Instituts gibt wegen seiner Art der Führung des Interventionsstabes  im Erzbistum Köln Anlass zur Hoffnung, dass schonungslos aufgearbeitet wird. Nicht zu verhehlen ist, dass einzelne Maßnahmen seines Stabes in der Vergangenheit durchaus befremdet haben und damit Anlass zur Skepsis gegeben ist.

 

Wenn ein solches Institut gar einen durchgreifenden Evaluationsauftrag bezüglich Prävention bekommt, dann wird aus der gerne vorn getragenen Chimäre "Prävention" möglicherweise ein Pfund, mit dem Missbrauch tatsächlich vorgebeugt werden kann. Selbst durch den Präventionsstab des Erzbischofs gut geprüfte Papiere allein helfen nicht wirklich, bleiben letztlich doch nur Papiere. Wichtiger als die Papiere ist die Implementation im Alltag der jeweiligen Institution. Die Institutionen der Kirche sind bekanntlich darin durchaus geübt, so zu tun als ob. Es sei hier darauf noch einmal deutlich hingewiesen, dass kirchliche Täter sich vielfach gerade dadurch hervorgetan und geschützt haben, indem sie sich betont "fromm" und betont "konservativ im Glauben" gaben, so dass Außenstehende regelmäßig den Kommentar abgeben: "Der oder Die und Missbrauch? Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen". Dasselbe gilt namentlich in besonderer Weise für die Haupttäter im Orden der Redemptoristen.

 

 

26.05.2019  Bischof Bode (Bistum Osnabrück) lässt sich mit Details des Missbrauchs und seiner Vertuschung in der Kirchengemeinde Merzen konfrontieren

23.05.2019   Treffen von UBSKM und Bischof Dr. Stephan Ackermann zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche

PRESSEMITTEILUNG

 

Treffen von UBSKM und Bischof Dr. Stephan Ackermann zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche                                                                                                                                              

 

Konsequenzen aus der MHG-Studie

 

Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig, ist gestern mit dem Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), zu einem ersten Gespräch der von ihm eingerichteten Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“ zusammengetroffen. Nach der Vorstellung der MHG-Studie im September 2018, an der Johannes-Wilhelm Rörig während der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda teilnahm, war in der Folge der Konsequenzen aus der MHG-Studie eine enge Zusammenarbeit vereinbart worden.

 

Bischof Ackermann und die mit ihm anwesenden Vertreter von Bistümern und Orden zeigten sich erfreut über das Gespräch: „Wir haben einen ersten Fahrplan erarbeiten können, um zusammen mit dem UBSKM weitere Schritte zu planen. Ich bin dankbar, dass Herr Rörig in den zurückliegenden Monaten bei mehreren Veranstaltungen der katholischen Kirche Gast war und uns ein wichtiger Ratgeber geworden ist.“ Für die Frage der unabhängigen Aufarbeitung als eine der Konsequenzen aus der MHG-Studie spiele der UBSKM eine zentrale Rolle, so Bischof Ackermann.

 

Der intensive Austausch führte zu der Übereinkunft, dass möglichst bis zum Herbst Eckpunkte einer Vereinbarung zu strukturellen Festlegungen und einheitlichen Standards und Kriterien der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im katholischen Bereich abgeschlossen werden sollte.

 

Jetzt beginnt eine Phase abschließender Klärungen zu Fragen der umfassenden und einheitlichen Betroffenenbeteiligung, dem rechtssicher ausgestalteten  Zugang zu Informationen und Akten und zu Fragen des Datenschutzes und der Sicherstellung von Persönlichkeitsrechten“, betonte Johannes-Wilhelm Rörig. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir unsere hochgesteckten Ziele für eine umfassende und unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im katholischen Bereich gemeinsam erreichen werden.“

 

 

Mit dem aktuellen Treffen, so Ackermann und Rörig, wurde dafür eine gute Basis geschaffen.

 

22.05.2019  Pater Peter Riedel 9 Jahre nach der entsprechenden Anzeige kirchenrechtlich für seine Taten bestraft

Unser Freund und Mitstreiter Matthias Katsch, bekannt als Sprecher des Eckigen Tisches in Berlin, hat das zum Anlass genommen für eine öffentliche persönliche Erklärung, die wir gerne hier wiedergeben:

 

Persönliche Erklärung zur Bekanntgabe des Urteils gegen Peter Riedel


 

Persönlich bin ich erleichtert, dass dieses Verfahren endlich abgeschlossen werden konnte – immerhin neun Jahre haben wir darauf gewartet und vor allem, dafür gekämpft. Ohne diese ausdauernden Bemühungen hätte es nicht einmal dieses Ergebnis gegeben: der Täter darf nicht länger priesterliche Funktionen ausüben.
Dies ist auch ein klares Signal an alle seine Opfer, in Deutschland und in Südamerika. Ich erwarte, dass dieses Urteil auch in Chile bekannt gemacht wird, wo er viele Jahre als Priester gearbeitet und von wo er junge Frauen nach Deutschland gebracht hat.
Den Verantwortlichen im Bistum Berlin bin ich dankbar, dass sie im Rahmen der gegebenen kirchenrechtlichen Vorschriften versucht haben, dieses Verfahren zum Abschluss zu bringen. Auch unserem Kirchenrechtsanwalt, der uns beraten und begleitet hat, möchte ich Dank aussprechen.
Das Problem, wie sie in diesem Verfahren deutlich werden sind die zugrunde­liegenden Regeln des Kirchenrechts: die ungebrochene Kultur der Heimlichkeit, der fehlende Status der Betroffenen als Opfer einer Straftat. Es ging immer nur um die Verletzung der Kirche und ihrer Regeln durch den ehemaligen Priester - nicht um uns.
Als Opfer wurden wir nicht am Verfahren beteiligt, sondern lediglich als Zeugen gehört. Der Versuch, uns durch eine Nebenklage zu beteiligen, wurde mit fragwürdigen Begründungen durch die Glaubenskongregation in Rom vereitelt.
Eine Chance wurde versäumt. Man hätte sehr wohl auch die über 40 Meldungen von Opfern bei den Beauftragten der Jesuiten erwähnen können, die sich nicht der Prozedur einer Vernehmung unterziehen wollte. Darüber hinaus bleibt ein Dunkelfeld.
Sollte das Bistum Hildesheim, den symbolischen Summe von 20.000 Euro für die Arbeit von ECKIGER TISCH leisten, dann begrüße ich das, auch wenn es kein Ersatz für die persönlichen Ansprüche der Opfer ist . Vielleicht nehmen sich die Jesuiten daran ein Beispiel, denn es war ihr Mitbruder, dem wir zum Opfer fielen.
Das Urteil selbst kenne ich nicht.
Matthias Katsch
22. Mai 2019

 

Wir alle sind Matthias für seinen unermüdlichen Einsatz dankbar, auch dafür, dass dieses Urteil möglich wurde.

 

Das Urteil und das Verfahren lassen uns allerdings auch verzweifelt den Kopf schüttelnd zurück. Denn es zeigt Unglaubliches auf den Punkt genau. Es geht im Kirchenrecht allein um die Verletzung der kirchlichen Regeln und in keinem Moment und in keiner Zeile um das Verbrechen selbst, geschweige denn um das Opfer des Verbrechens. Im Grund zeigt das Urteil einen Grad moralischer Blindheit, den man sonst niemandem nachsehen würde. Tatsächlich betätigt es unsere Erklärung im Kapitel: Sieh mich sterben, dass die Opfer nicht gesehen werden: Priester und wohl auch die meisten Gläubigen sehen die Sünde des Priesters (Todsünde genannt), aber nicht, dass Missbrauch ein Gewaltverbrechen am Mitmenschen, am Kind ist, sehen nicht, was das Verbrechen im Opfer anrichtet. Wir haben es im besagten Kapitel die klerikale Ungerührtheit im Umgang mit dem Opfer genannt, die offensichtlich im Kirchenrecht und damit in der DNA der Kirche verankert ist.

 

Zwei Links zum Urteil:

 

https://www.bistum-hildesheim.de/bistum/nachrichten/artikel/news-title/missbrauchstaeter-peter-r-wird-aus-dem-klerikerstand-entlassen-18522/

 

https://www.jesuiten.org/news/missbrauchstaeter-aus-dem-klerikerstand-entlassen/

 

dazu auch:

 

http://www.eckiger-tisch.de/2018/09/12/studie-zum-verhalten-des-bistums-hildesheim-im-fall-peter-riedel-eine-dokumentation-jahrzehntelangen-versagens/#comment-11871

 

aber auch:

 

http://www.eckiger-tisch.de/2018/01/16/acht-jahre-nach-dem-missbrauchsskandal-eckiger-tisch-beim-internationalen-treffen-von-betroffenenvertretern-in-chile/

 

 

22.05.2019  Die Orden wollen in der Aufarbeitung nachlegen. Beschluss der Deutschen Ordensoberenkonferenz

Die Orden starten eigene Aufarbeitung. Endlich! 9 Jahre hat es dazu gebraucht seit dem Missbrauchs-Tsunami 2010, der mit den Meldungen im Jesuitenorden begonnen hat. Was die Sprecherin der Ordenskonferenz dazu sagt, hört sich so schlecht nicht an, sogar der Missbrauch von und vor allem an Nonnen soll aufgearbeitet werden:

 

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.missbrauch-in-der-katholischen-kirche-schwestern-reden-ueber-seelenmord-im-kloster.916c9a63-6e20-4821-a8d5-b4cb0cf9242c.html

 

Die konkreten Beschlüsse zur Aufarbeitung hören sich aber ganz anders an, nämlich so, als sollten hier ausschließlich schon im Einzelnen bekannte Zahlen gesammelt und zu einem Bericht zusammengefasst werden:

 

https://www.domradio.de/themen/sexueller-missbrauch/2019-05-22/das-wird-konsequenzen-haben-ordensobernkonferenz-beschliesst-eigene-missbrauchsstudie

 

Für uns ist an keiner Stelle eine inhaltliche Präzisierung zu erkennen. Und die wäre doch dringend notwendig im Nachgang zur sog. MHG- Studie der Diözesen: Was sind die besonderen organisatorischen Grundverfassungen der Orden, die Missbrauch, Gewalt und Schweigen möglich gemacht haben? Wie wurde der massenhafte Missbrauch in den Orden hergestellt- was war das Rezept dafür? Was davon wirkt bis heute fort? In den Ordensinternaten z. B., dort gab es starke Signale dafür, dass  hinter der leuchtenden Fassade Verbrechen ermöglicht und gedeckt wurden, dass sich hinter den Klostermauern übelste Verbrecher und Verbrecherinnen versteckten. Wie haben die Orden es geschafft, dass weder sie selbst noch eine durchaus kirchenkritische Öffentlichkeit diese starken und eigentlich unübersehbaren Signale wahrgenommen haben? Warum wurden bezüglich der Geistlichkeit, die sich zum sexuellen Vergnügen einzelner Nonnen bediente, nur sattsam bekannte Witze gerissen, aber nie hingeschaut?

 

Ob also die Aufarbeitungsstudie der Orden neue Erkenntnisse zeitigt oder im schlimmsten Fall den Schein erweckt, Aufarbeitung im einzelnen Orden sei nunmehr nicht mehr nötig, wird erst der konkrete Auftrag zeigen. Wir warten ungeduldig ab, wer was wie untersuchen und aufarbeiten soll und was die Konsequenzen sein werden.

 

 

19.05.2019  Autor der MHG-  Missbrauchsstudie beklagt fehlenden Aufklärungswillen der Bischöfe

 

Was ist vom Aufarbeitungswillen der Bischöfe wirklich zu halten. Prof. Dreßing ist skeptisch. Wir auch!

 

https://spon.de/aft5g

 

 Die Bischöfe sprechen von Missverständnissen:

 

https://www.kirche-und-leben.de/artikel/bischoefe-weisen-kritik-an-aufarbeitung-von-missbrauch-zurueck/

 

16.05.2019  Bischof Ackermann äußert sich zur Aktion Maria 2.0 und offenbart ein befremdliches Bild der Geschichte der Kirche

Für Außenstehende ist das Geschichtsverständnis der Kirche doch eher befremdlich: weil vor 1000 oder 1500 Jahren möglicherweise Frauen keine geistlichen Funktionen ausüben durften, sollen sie es auch heute nicht. Wo wäre die Welt, wenn die Geschichte menschlicher Emanzipation im Jahre 350 stehengeblieben wäre? Verstehen Frauen sich heute nicht anders als vor 1000 Jahren und Männer doch hoffentlich auch.

Seltsam, wie man sich nicht scheut, dem Islam vorzuwerfen, sich der  Entwicklung in den letzten Jahrhunderten zu versperren. Aber die katholische Kirche reklamiert genau das für sich selbst?

 

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/trier/Initiative-Maria-2,ackermann-kirchenstreik-nicht-hilfreich-100.html

 

Wer mit einem Auszug zufrieden ist, hier ist er:

 

"Ackermann zeigte sich offen für Frauen als Diakoninnen, sofern sich zeige, dass es in der frühen Geschichte der Kirche schon das Diakonat der Frau gegeben habe. Papst Franziskus hatte in der vergangenen Woche gesagt, eine Expertenkommission sei in der Frage, ob Diakoninnen in der Urkirche auch sakramentale Ämter hatten, "ohne klares Ergebnis" geblieben. Deswegen müsse diese Frage von der Kommission weiter untersucht werden. "Ich fände es wichtig, dass in absehbarer Zeit transparent gemacht wird, was denn das Ergebnis der Kommission ist", sagte der Bischof."

 

09.05.2019  Präventionskonzept des Collegium Josephinum jetzt auf der Homepage der Schule einsehbar

 

 

Das Präventionskonzept der Schule ist  auf der Homepage des Josephinum unter Aktuelles zu finden. Wir dokumentieren den bemerkenswerten Wortlaut der Ankündigung gerne im Original:

 

Neuauflage und Veröffentlichung des Institutionellen Schutzkonzeptes

17.05.2019 16:38 von Thomas Wilbert

Das CoJoBo will und soll ein Ort ohne Gewalt und Missbrauch sein. Gerade für unsere Schule hat dieser Satz besondere Bedeutung. Noch bis Ende der 1960er Jahre waren Schüler – namentlich im Internat – Missbrauch und sexualisierter Gewalt ausgesetzt. Die Aufarbeitung haben sich Schule und Orden seit 2010 zur Aufgabe gemacht. Deshalb betreffen die zahllosen Berichte über Missbrauch und Gewalt an Internaten und kirchlichen Einrichtungen uns unmittelbar. Sie wühlen uns auf. Die Ordensgemeinschaft der Redemptoristen, die Schulleitungen und alle, die Verantwortung für das Leben im CoJoBo tragen, nehmen diese historische Verantwortung an. Es gibt viele Gespräche seitens der Provinzleitung mit Betroffenen, die über ihre Erfahrungen mutig und entschieden berichten.

Wir richten den Blick zugleich nach vorn. Neben die historische Verantwortung tritt unsere Verpflichtung, das Wohl der Schüler von heute zu achten und es aktiv zu fördern. Diesem Blick nach vorn dient die  Neuauflage unseres Schutzkonzeptes aus dem Jahr 2013. Es schließt an die aktuellen Standards des Erzbistums Köln an.

Mit unserem Präventionskonzept wollen wir die Gewalt der Vergangenheit nicht verdrängen, sondern ihre Wiederholung in jeder Form verhindern. Wir bieten heute und in Zukunft unsere Hilfe und Unterstützung an, um Gewalt konsequent und kompromisslos zu verhindern. Wir bemühen uns um Prävention aus christlicher Verantwortung. Wir wollen Missbrauch und Gewalt für alle Zukunft verhindern. Wir wissen: Prävention passiert nicht an einem Tag und auch nicht mit der Auflage eines Heftes. Sie ist vielmehr ein Prozess, der sich für alle Beteiligten als Herausforderung darstellt und an dem die gesamte Schulgemeinschaft arbeitet: Schüler, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

 

Der entsprechende Link: 

https://www.cojobo.net/aktuelles/detail/items/neuauflage-und-veroeffentlichung-des-institutionellen-schutzkonzeptes.html

 

Die Schule bekennt sich endlich mit der Übernahme des einschlägigen Logos des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs öffentlich und sichtbar zu Ihrem besonderen Schutzauftrag: Kein Raum für Missbrauch.

Eine inhaltliche Stellungnahme zum Konzept und zu den Ergebnissen der Gespräche, die parallel mit der Ordensleitung der Redemptoristen und einzelnen Ordensmitgliedern geführt wurden, erfolgt zeitnah.

 

06.05.2019   Bewegung in der Katholischen Kirche. Frauen begehren auf und streiken.

Unter anderem wegen des Umgangs der Kirchenoberen mit dem Thema Missbrauch bildet sich zunehmend eine Bewegung von unten, eine Bewegung des Kirchenvolks. Die Gründung von "Maria 2.0" ist Mittelpunkt dieser Bewegung.

 

Hier die wichtigsten Links:

 

http://www.mariazweipunktnull.de/

 

https://www.kirche-und-leben.de/artikel/maria-20-mit-christiane-florin-eine-woche-kirchenstreik-im-bistum-muenster/

 

22.04.2019   Ratzingers Ausführungen anlässlich des Missbrauchsgipfels seines Nachfolgers werfen mehr Fragen auf als auch nur eine zu beantworten

 

Hier einige wenige Fragen:

 

  • Was sind eigentlich die früheren gelehrten Worte eines Herrn Ratzinger wert angesichts seiner wirklich zweifelhaften und unsinnigen Argumentationen heute? Sind sie reines Wortgeklingel gewesen, nur zum Schein in Teilen überzeugend und wertvoll?

 

  • Wie kann Herr Ratzinger seiner Kirche ernsthaft vorhalten, sie sei zu schwach gewesen, der 68er Bewegung etwas entgegen zu setzen? Wo war er?

 

  • Wie wenig ehrenhaft und billig sind seine feindseligen Äußerungen zu Herrn Böckle, immerhin Professor für Moraltheologie, den - nach seinen Worten - nur ein gnädiger Gott durch frühen Tod davor bewahrt hat, noch mehr Unsinn zu reden? Was spricht da aus Ratzinger und wie kümmerlich und nachtragend spricht er da?

 

  • Was hat es mit den "homosexuellen Clubs" in Priesterseminaren der 70er Jahre auf sich? Woher kennt er die und was hatte er mit ihnen warum zu schaffen?

 

Die Auseinandersetzungen um seine Ausführungen reißen nicht ab. Hier seien als Link vor allem die innerkirchlichen zitiert:

 

Besonders interessant und detailliert:

 

https://www.heise.de/tp/features/Karfreitag-der-Kirche-4402938.html

 

Der Autor outet sich übrigens in diesem Artikel als Opfer von Übergriffen in einem Priesterseminar.

 

 Weitere Links:

 

https://www.kirche-und-leben.de/artikel/kommentar-benedikt-xvi-zu-missbrauch-schreiben-und-verschweigen/

 

Viele entsprechende Links findet man unter:

 

 http://www.theologie-und-kirche.de/

 

 

21.04.2019  Weihbischof Oster (Passau) springt Herrn Ratzinger in der Diskussion über Missbrauchsursachen bei und schließt sich seiner unwissenschaftlichen Argumentation an: schuld sind die Anderen

 

Nach den Tränen im Anschluss an die Missbrauchsstudie (MHD- Studie) erfolgt nun die Gegenbewegung, allerdings mit durchsichtiger Argumentation. Der Kampf um die Meinungsführerschaft in der Kirche hat offensichtlich begonnen.

 

https://www.domradio.de/themen/sexueller-missbrauch/2019-04-19/bischof-oster-zum-schreiben-von-benedikt-xvi

 

https://www.wa.de/politik/missbrauch-in-kirche-papst-gibt-68ern-schuld-passauer-bischof-dankbar-zr-12183005.html

 

19.04.2019  Prof. Christian Pfeiffer bricht sein Schweigen zum Abbruch der ersten Missbrauchsstudie und erhebt schwere Vorwürfe gegen die katholische Kirche

 

Leider ist es uns aus rechtlichen Gründen (Paywall) nicht möglich, das Interview, das Prof. Pfeiffer der Wochenzeitschrift "Die Zeit" in der aktuellen Ausgabe gegeben hat, hier abzudrucken. Ausnahmsweise verweisen wir auf einen Artikel der Bildzeitung, die den Inhalt in Teilen recht authentisch wiedergibt:

 

https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/kriminologe-christian-pfeiffer-erhebt-vorwuerfe-gegen-kardinal-marx-61351274.bild.html

 

19.04.2019   Hörenswerte Sendung im WDR zum Missbrauch unter der Überschrift "Vergebung oder Gerechtigkeit"

Die Sendung wirft ein besonderes Schlaglicht auf die auch hier beschriebene Empathielosigkeit (Sieh mich sterben), mit der die katholische Kirche ihren Missbrauchsopfern bisher begegnet. Pointiert die Ausführungen von Patrick Bauer, Mitglied im Betroffenenbeirat beim Erzbistum Köln.

Die Sendung ist abrufbar unter:

https://wdrmedien-a.akamaihd.net/medp/podcast/weltweit/fsk0/189/1897536/wdrlebenszeichen_2019-04-19_missbrauchinderkirchevergebungodergerechtigkeit_wdr5.mp3

12.04.2019  Wendung in den Missbrauchsfällen der Katholischen Kirche und des Ordens: Pater Willibald S., Pater Franz Sch., Pater Willibald D. und viele andere Patres und Priester sind ohne Schuld. Schuld sind die 68er und die damalige Gesundheitsministerin Käthe Strobl. Der Vorgänger des jetzigen Papstes räumt auf, exkulpiert die Kirche und wirft einen mächtigen dunklen Schatten auf sich selbst.

 

Man mag es nicht glauben: aber der vormalige Papst Benedikt schreibt einen Brandbrief bzw. Brandartikel zum Missbrauchsgipfel seines Nachfolgers. Er will angeblich seiner Kirche helfen, konterkariert aber in unvorstellbarer Weise die kleinen Fortschritte, die die Kirche in der Aufarbeitung der Missbrauchsverbrechen gemacht zu haben schien. Sekundiert wird er vom ehemaligen  Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre Kardinal Gerhard Ludwig Müller, der seinem ehemaligen Chef bescheinigt, dass niemand intelligenter sich zum Missbrauch in der Kirche geäußert habe als eben dieser ehemalige Papst Benedikt.

 

Für die Opfer der 50er und 60er Iahre bleibt der zugrundeliegende Intelligenzbegriff undurchsichtig, weil unser Missbrauch just 1968 endete und nicht begann. Dass Missbrauch der 50er und 60er Jahre der Entwicklung von 1968 und danach geschuldet ist, ist in sich schierer Unsinn.

  • Übrigens: Zumindest für Pater Willibald S. ist belegt, wie rückwärtsgewandt und dogmatisch (er kannte seine Dogmatik fast auswendig) er argumentierte und dass er -moraltheologisch untermauert- persönlich nichts so sehr ablehnte wie jede kleinste Lockerung der Sexualmoral. 
  • Dass der ehemalige Papst seiner Kirche vorwirft, aus eigener Schwäche sich dem Einfluss der 68er gebeugt zu haben, macht seine Unsinns- Argumentation nicht besser und führt fast zum Fremdschämen. Kirche und ihre Vertreter als so schwach zu diffamieren, lässt einen fast sprachlos werden.
  • Wie sehr die Rechtfertigung des ehemaligen Papstes der Argumentation der klassischen katholischen Dogmatik (Schmaus u.a.) und Morallehre entlehnt ist wie sie in den 60er Jahren an den kirchlichen Hochschulen gelehrt wurde, zeigt, wie aus der Welt gefallen der ehemalige Papst argumentiert. Wir als Opfer der 60er Jahre verstehen seine abgehobene Sprache überhaupt nur deshalb (in einzelnen Teilen), weil wir als Jugendliche genau mit denselben Worten fast täglich vom Haupttäter "belehrt" wurden. Der Haupttäter im Orden der Redemptoristen Willibald S. war ein Meister dieser sehr besonderen Argumentationsweise und stand darin einem Herrn Ratzinger in nichts nach. Dieses Wiederklingen in unseren Ohren - dafür kann Herr Ratzinger nichts - macht unser Erschrecken über die Ausführungen des ehemaligen Papstes gr0ß und größer. Zurück auf Anfang, das scheint die beschämende Devise zu sein.
  • Wenn Herr Ratzinger seinen Nachfolger nicht hätte beschädigen und wenn er - so seine Worte - seiner Kirche wirklich hätte helfen wollen, dann hätte ein Satz gereicht: lasst staatliche Behörden alle Vorfälle sexuellen Missbrauchs aufarbeiten und gegebenenfalls strafrechtlich verfolgen. Leistet großzügige Entschädigung.

 

 

Hier der Artikel von Herrn Ratzinger als Link:

 

https://de.catholicnewsagency.com/story/die-kirche-und-der-skandal-des-sexuellen-missbrauchs-von-papst-benedikt-xvi-4498

 

Und einige Kommentare  als Link:

 

https://www.fr.de/kultur/macht-leere-floskeln-12197396.html

 

https://www.publik-forum.de/Religion-Kirchen/benedikt-xvi-die-68er-sind-schuld

 

https://www.katholisch.at/aktuelles/125373/theologen-kritik-an-benedikt-text-eines-ratzinger-nicht-wuerdig

 

https://www.kirche-und-leben.de/artikel/kommentar-benedikt-xvi-zu-missbrauch-schreiben-und-verschweigen/

 

http://www.taz.de/!5584862/

 

https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/moraltheologen-kritisieren-benedikt-text-misslungener-beitrag

 

 https://www.merkur.de/politik/kirche-entsetzen-ueber-ex-papst-benedikt-kardinal-spricht-kritikern-anstand-ab-zr-12183005.html

 

https://www.deutschlandfunk.de/standpunkt-die-nackten-die-akten-und-die-fakten.886.de.html?dram:article_id=446098

 

www.faz.net/aktuell/politik/papst-benedikt-xvi-nennt-ausweg-aus-dem-missbrauchsskandal-16135592.htmlhttps://

 

https://rp-online.de/38049307

 

https://www.welt.de/vermischtes/article191864733/Kardinal-Mueller-Benedikts-Schreiben-intelligenter-als-alle-Beitraege-zu-Missbrauchsgipfel.html

 

https://www.stern.de/politik/missbrauch-in-der-katholischen-kirche--warum-benedikts-aussagen-menschenverachtend-sind--8665014.html

 

https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_85584242/theologe-kritisiert-papst-benedikt-und-kardinal-fuer-missbrauchsschreiben.html

 

10.04.2019   Auch Nonnen massiv von Missbrauch durch Geistliche betroffen

05.04.2019   Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs hat ihren ersten Bilanzbericht vorgestellt

 

Kommission veröffentlicht Bilanzbericht 

 

Band I beinhaltet Ergebnisse aus Anhörungen und Berichten sowie Empfehlungen für die Unterstützung von erwachsenen Betroffenen und dem Schutz von Kindern und Jugendlichen. In Band II erzählen Betroffene in eigenen Worten von ihrer Vergangenheit, dem sexuellen Missbrauch, ihren Wünschen und Hoffnungen.

 

Kommission veröffentlicht Fallstudie zu sexuellem Kindesmissbrauch in der DDR

 

Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs hat eine Fallstudie zu sexuellem Kindesmissbrauch in Institutionen und Familien in der DDR veröffentlicht. 

 

 

Bilanzbericht-2019_Band-I.pdf
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Bilanzbericht-2019_Band_II.pdf
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Fallstudie Sexueller Kindesmissbrauch in der DDR
Fallstudie_Sexueller-Kindesmissbrauch-in
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04.04.2019  Werkstattgespräche zum Missbrauch im Sport haben stattgefunden

04.04.2019   Der Verein MoJoRed ist eingeladen zum Fachgespräch der Aufarbeitungskommission in Berlin

Unsere Expertise ist in Berlin erwünscht: die Einladung der Vorsitzenden der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauch, Prof. Dr. Sabine Andresen, zum Fachgespräch „Eckpunkte zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs in Institutionen“ am 9. Mai 2019 im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Berlin nehmen wir an.

03.04.2019  Lesung von Anselm Neft am 31.03. in Bonn aus seinem bei Rowohlt erschienenen Roman "Die bessere Geschichte"

 

Die Lesung aus dem Roman bestätigt die herausragenden Rezensionen in fast allen Medien. Spannend an diesem Abend die Diskussion zwischen Frau Hagenberg- Miliu, einer unermüdlichen Streiterin gegen sexuellen Missbrauch von Anfang an und ihrem Mitstreiter Anselm Neft, der sich die Freiheit nimmt, eben keine Geschichte der Odenwaldschule oder des Ako zu schreiben, sondern ganz eigene Sichten auf Täter und Opfer zu einem spannenden und bisweilen gar kurzweiligen, aber die Sache selbst aufklarenden Roman zu verdichten. Jeder von Gewalt und Missbrauch Betroffene ist nach der Lektüre noch einmal besonders angefasst (!) und wundert sich, dass er zwischendurch auch Spaß empfunden hat, z. B. bei der Charakterisierung der Personen. Ein Missbrauchsroman so ganz anders, ein Roman der einlädt zur Kontroverse. Und davon sind wir nun einmal überzeugt: Kontroverse bringt uns darin weiter, zu verstehen, was Betroffene bewegt und oft genug innerlich (und nicht nur im Einzelfall auch äußerlich) zerreißt.

 

Weitere Rezensionen:

 

https://unheiliger-berg.jimdo.com/aktuell/

 

http://www.radiobremen.de/bremenzwei/sendungen/bremen-zwei/buch-neft100.html

 

02.04.2019  Immer wieder lesenswert: Vier Kreise des Schweigens - Sexualisierte Gewalt in katholischen Institutionen

Ein besonders lesenswerter Text, der nach einem Vortrag bei einem Treffen von Betroffenen und Vertretern des Redemptoristenordens im April 2015 entstanden ist. Wer in aller gebotenen Kürze über die Besonderheiten sexueller Gewalt in katholischen Institutionen Wichtiges erfahren möchte, sollte hier nachlesen:

Vier_Kreise_des_Schweigens__SpitczokvonB
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31.03.2019   Richtungsstreit zwischen Kardinal Woelki und den Laien im Erzbistum Köln

28.03.2019   Führungsteam des Vatikan- Frauenmagazins geschlossen zurückgetreten

28.03.2019  Aufmerksame Leser unserer Homepage versorgen uns bisweilen mit aufschlussreichen Links und fügen Kommentare an. Hier zu einem Fall von Missbrauch im Bistum Osnabrück

Brief Bischof Bode.pdf
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28.03.2019   Schauen Sie doch zwischendurch mal in unser Gästebuch!

 

Unser Gästebuch wird zwar selten genutzt. Aber es lohnt sich immer mal wieder hineinzuschauen. Dieser Tage erreichte uns eine Mitteilung zu Bous und zum CoJoBo, die uns sehr berührte. 

 

 

27.03.2019  Weitere fünfjährige Amtszeit von Johannes-Wilhelm Rörig als „Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs“ bestätigt. Gleichzeitige Beauftragung der Einrichtung eines „Nationaler Rat gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen“

Kabinett beschließt neue Amtszeit von Johannes-Wilhelm Rörig als „Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs“

Einrichtung „Nationaler Rat gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen“

 

Das Bundeskabinett hat heute auf Vorschlag von Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey Johannes-Wilhelm Rörig das Amt des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs für weitere fünf Jahre übertragen. Siehe folgende Pressemitteilung mit den Informationen im Einzelnen.

PM_ Kabinett beschließt neue Amtzeit des
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25.03.2019   Einladung unseres Vereins MoJoRed zu einem Workshop der Deutschen Bischofskonferenz

Unsere Fachexpertise ist bei der Deutschen Bischofskonferenz gefragt. Die Deutsche Bischofskonferenz plant einen Workshop zum Thema ‚Anerkennung/Entschädigung des Leids‘ als einen ersten Prozessschritt dieses Teilprojekts. An dem Workshop sollen ca. 20-25 Fachexperten aus Kirche und Gesellschaft  teilnehmen. Anvisiertes Ziel ist es, gemeinsam Arbeitspakete zum weiteren Vorgehen zu formulieren. 

 

Wir werden teilnehmen in der Hoffnung, zu einem guten Prozess beitragen zu können.

 

An dieser Stelle sei folgende Bemerkung erlaubt: je mehr unsere Expertise gefragt ist (Betroffenenrat beim Erzbistum Köln, Teilnahme am obigen Workshop), wird umso unverständlicher, dass die Schulleitung des Collegium Josephinum ausdrücklich unseren Verein aus jeder Kooperation ausschließt.

 

22.03.2019  Orden der Redemptoristen beruft weibliche Missbrauchsbeauftragte zusätzlich zum bisherigen männlichen Missbrauchsbeauftragten

Mit sofortiger Wirkung ist nun klar, dass als externe Missbrauchsbeauftragte Diplom Psychologin Michaela Bartels, Psychologische Psychotherapeutin / Kölner Str. 104, 53919 Weilerswist / +49 1573 42 55 444 / E-Mail: info@therapie-bartels.de zur Verfügung steht. 

 

Betroffene haben nunmehr die Wahl, ob sie sich an einen Ombudsmann oder eine Ombudsfrau in Sachen von Gewalt und Missbrauch wenden wollen. Wir begrüßen diese Wahlmöglichkeit sehr und hoffen, die neue Missbrauchsbeauftragte bald auch persönlich kennenzulernen.

 

 

22.03.2019   Missbrauch in der Kirche: Täterschutz vor Opferschutz?

Hierzu ein aufschlussreicher lesenswerter Link:

 

https://www.addendum.org/missbrauch/

 

22.03.2019  Pater Pauly als Vertreter des Provinzials wünscht unserem Treffen am 29.03.2019 gutes Gelingen und informiert über besondere Entwicklungen im Orden

Wir bedanken uns für die guten Wünsche und für die großzügige Finanzierung unseres Treffens.

 

Zu einzelnen Punkten (z. B. Prävention) werden wir gemeinsam bei unserem Treffen eine Stellungnahme entwickeln.

 

22.03.2019 Emotionale Empathie und ihre Schwierigkeit in der Generation der Nachkommen

Gerne verweisen wir auf eine Sendung des Südwestfunks SWR Nachtcafe zum Thema "Jüdisches Leben in Deutschland" bzw. zum Problem des generationellen Vergessens:

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=yMyxSG0FTek

 

 Sehenswert in Bezug auf unser Thema ab Sendeminute 1:24. Sinngemäßes Zitat einer Autorin der 3. Überlebensgeneration:

 

"Den Nachkommen der Täter fehlt der Zugang zu Emotionen. Wir (die Überlebenden) operieren im luftleeren Raum und es entstehen Blasen und Blasen. Statt Schülern nur Fakten in Form von z. B. "Schindlers Liste" zu präsentieren soll man mit den Zeitzeugen, von Mensch zu Mensch reden und damit Humanismus, Demokratie und Menschenwürde lernen."

 

Nichts sensibilisiert auch für das Thema Gewalt und Missbrauch in Institutionen mehr als die gewollte Konfrontation mit Betroffenen.

 

22.03.2019  Der Missbrauch, die Aufarbeitung und die Reformen

Hierzu eine gute Zusammenfassung und Diskussion beim ZDF:

 

http://blog.zdf.de/papstgefluester/2019/03/13/der-missbrauch-die-aufarbeitung-und-die-reformen/