Aktuelles

Bitte beachten: Aktuelle Texte und Meldungen im Zeitraum vor dem 18.08.2019 finden Sie weiter hinten unter Historie Aktuelles 1 und 2

12.11.2019  Kardinal Schönborn, Wien:  Missbrauch in der Kirche eine „massive Realität“

12.11.2019   Erzbistum Köln: Verurteilten Missbrauchs-Priester einfach weiterversetzt

11.11.2019    Uniklinik Saarland: Missbrauchsskandal an Saarklinik weitet sich aus

Siehe hierzu folgenden Link

https://www.fnp.de/deutschland/uniklinik-saarland-missbrauchsskandal-saarklinik-weitet-sich-zr-13211925.html

 

und unseren Kommentar am 24.08.2019

 

10.11.2019   Unsäglicher Vergleich Bischof Ackermanns in Bezug auf Missbrauch und Autobahnen

Genauso wird das zarte Pflänzchen gewachsenen Vertrauens zerstört:

https://www.katholisch.de/artikel/23549-ackermann-kirchensteuer-fuer-missbrauchs-entschaedigung-alternativlos

 

Den passenden Kommentar liefert Frau Florin, Deutschlandfunk, hier im Organ der Bewegung Maria2.0 Weiberaufstand:

https://www.weiberaufstand.com/single-post/2019/11/12/Wir-sind-nicht-Ackermann

 

Pater Klaus Mertes hat die Vorarbeit geleistet. Lesen Sie unseren bitteren Kommentar dazu vom 29.09.2019

 

10.11. 2019   Frankreich: Bischöfe kündigen Zahlung für Missbrauchsüberlebende an

10.11.2019   Übergriffe in Gerolsteiner Internat werden aufgearbeitet.

10.11.2019   Abermals Festnahme im Missbrauchsfall Bergisch Gladbach

10.11.2019   Beratungsstelle "Tauwetter" mit einer Stellungnahme zum novellierten OEG, jetzt SER mit der Überschrift "Chance vertan"

10.11.2019  Erinnerung: Tagung "Was ist Aufarbeitung?" am 3. Dez. in Berlin

TAGUNG "WAS IST AUFARBEITUNG?
RECHTE UND PFLICHTEN ZUR AUFARBEITUNG SEXUELLEN
KINDESMISSBRAUCHS IN INSTITUTIONEN"

Dienstag, 3. Dezember 2019, 10:30 Uhr bis 18:30 Uhr
 Akademie der Künste, Berlin

Was ist Aufarbeitung und was ist dabei zu beachten? Vor diesen Fragen stehen sowohl Institutionen, die vergangene Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch untersuchen wollen, als auch heute erwachsene Betroffene, die Verantwortungsübernahme und Aufarbeitung einfordern. Für eine gelingende Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs gibt es bislang keine übergreifenden Kriterien. Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs hat Empfehlungen zu Rechten und Pflichten entwickelt, mit der sie diese Lücke schließen will.

Viele Einrichtungen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, haben in den letzten Jahren Schutzkonzepte eingeführt. Es ist allerdings davon auszugehen, dass eine verborgene Gewaltgeschichte in die Gegenwart hineinreicht und wirksame Prävention davon abhängt, wie mit vergangenen Gewalttaten gegen Schutzbefohlene umgegangen wird. Wenn Mädchen oder Jungen sexuellen Missbrauch in Heimen oder Internaten, Kirchen, Schulen oder Vereinen wie dem Sport oder anderen Freizeitbereichen erlebt haben, sind diese Einrichtungen dazu verpflichtet, sich mit ihrer Gewaltgeschichte auseinanderzusetzen.

Wir freuen uns sehr, Ihnen die Empfehlungen am 3. Dezember 2019 vorstellen zu können und laden Sie herzlich ein, sich an der Diskussion zu beteiligen und an der Tagung teilzunehmen.


Prof. Dr. Sabine Andresen

Vorsitzende der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs


Sie können sich noch bis zum 11. November 2019 für die Veranstaltung anmelden, falls Sie dies noch nicht getan haben. Das Programm und weitere Informationen zu der Tagung sowie die Anmeldung finden Sie auf unserer Veranstaltungswebsite. 

10.11.2019   Missbrauchsaufarbeitung in der evangelischen Kirche, hier Korntal. Korntal braucht eine zweite Chance

Interessantes Interview mit Matthias Katsch, Mitglied der Aufarbeitungskommission des Bundes zu Korntal und zur Aufarbeitung in den beiden Kirchen:

https://www.kontextwochenzeitung.de/gesellschaft/449/korntal-braucht-eine-zweite-runde-6303.html

 

09.11.2019   Wichtig. Wichtig. Endlich sind die Artikel fertig, die am 28.08. und 23.09. und 29.09. nur angekündigt worden sind. Alle drei Meldungen bzw. Kommentare sind besonders aufschlussreich.

 

Da ist erst einmal ein Kommentar zur Ärzteelite die am Klinikum in Bad Homburg so eklatant versagt hat. Da ist weiterhin ein kommentierender Bericht zur Entschädigungsfrage (Deutsche Bischofskonferenz) am 23.09. und ein Kommentar zu Pater Klaus Mertes mit der Überschrift "Vom Paulus zum Saulus"

 

09.11.2019   Me-too- Debatte in Frankreich: "Wir sind erst am Anfang"

08.11.2019  Abstimmung des Bundestages zur Reform des Opferentschädigungsgesetzes

  • Berlin, 08.11.2019. Gestern Abend hat der Bundestag der Reform des Opferentschädigungsgesetzes (OEG) zugestimmt. Es soll jetzt überführt werden in das SGB XIV – Soziale Entschädigung. Das Gesetz sieht vor, Gewaltopfer, zum Beispiel von sexualisierter Gewalt oder Terroranschlägen, besser zu unterstützen. Der Runde Tisch „Sexueller Missbrauch“ hatte bereits 2011 auf eine schnelle Reform des OEG gedrängt. Bis zur Reform des OEG wurde ein Ergänzendes Hilfesystem (EHS) beim Bundesfamilienministerium eingerichtet, das seither Betroffenen Unterstützungsleistungen ermöglicht.

     

    Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs:

    „Wir haben in den letzten Jahren gemeinsam mit dem Betroffenenrat und dem Bundesfamilienministerium hart für diese Reform gekämpft. In den Verhandlungen konnten wir durchsetzen, dass Betroffene sexuellen Kindesmissbrauchs jetzt ganz klar und ausdrücklich anspruchsberechtigt sind. Das bedeutet eine Verbesserung zum bisherigen Stand. Allerdings bleiben die Beweisanforderungen, sowohl was die Taten, aber auch die Tatfolgen angeht, hoch, so dass weiterhin viele Betroffene von Leistungen ausgeschlossen bleiben werden.“

     

    Ausdrücklich benannt im Gesetz sind jetzt alle Fälle des Missbrauchs von Kindern und Schutzbefohlenen sowie von Betroffenen von sexualisierten Gewaltdarstellungen von Kindern und Jugendlichen (sog. Kinderpornografie). Für den schwierigen Nachweis der Tat werden die bisher in der Praxis erkämpften Standards in das Gesetz aufgenommen, d. h., wenn nach Würdigung aller Umstände mehr für als gegen den Missbrauch spricht, gilt er als nachgewiesen. Erleichtert wurde auch der Nachweis, dass Schädigungen wie etwa psychische Probleme, Folgen eines Missbrauchs sind. Grundsätzlich soll jetzt auch von einer Kausalität ausgegangen werden, wenn mehr für als gegen diesen Zusammenhang spricht. Mit den neuen Leistungen der sog. „Schnellen Hilfen“ wurden zudem das wichtige Fallmanagement und der flächendeckende Ausbau und die Qualitätsentwicklung in Traumaambulanzen vorangebracht. Hier liege die Verantwortung, so Rörig, auch bei den Ländern, diese wichtigen Ansprüche von Betroffenen – gerade für die Versorgung von Kindern und Jugendlichen – umzusetzen.

     

    Enttäuschend bewerten Rörig und der Betroffenenrat, dass Betroffene der BRD vor 1976, also vor Einführung des OEG, und der DDR vor 1990, nach wie vor von dem Gesetz ausgeschlossen bleiben, wenn sie keinen Schädigungsgrad von mindestens 50 Prozent nachweisen. Dies ist bei den typischen Belastungen nach Missbrauch meist nicht der Fall. Auch die Betroffenen, die nun im Gesetz erstmals Berücksichtigung finden, wie zum Beispiel Betroffene von Missbrauchsdarstellungen, erhalten noch keine Ansprüche. Erst wer ab dem Jahr 2024 Opfer dieser Gewalttaten wird, kann einen Antrag auf Leistungen stellen.

     

    Rörig: „Wir werden sehr genau hinsehen müssen, was die neuen Veränderungen für Betroffene sexueller Gewalt an Verbesserungen in der praktischen Umsetzung wirklich bringen. Betroffene haben lange um die Reform des OEG gekämpft. Es ist besonders enttäuschend, dass gerade für die älteren Betroffenen, die sich so intensiv für Reformen eingesetzt haben, keine wirklichen Verbesserungen durchgesetzt werden konnten. Es war offenbar kein Konsens mit den Ländern da, mehr für die Opfer von sexueller Gewalt zu tun und eine große und umfassende Lösung anzustreben.“ Das EHS sollte 2011 eigentlich nur eine Interimslösung sein, bis das OEG reformiert ist. Ich zähle jetzt auf Bundesministerin Dr. Giffey, dass das EHS weiter ausgebaut und verbessert wird. Es hat ganz klar weiter seine Berechtigung. Nicht nur weil die Hürden für Leistungen dort sehr viel niedriger sind, sondern auch weil ein solches System wichtige Alltagshilfen bieten kann, wie zum Beispiel eine Therapie, die nicht über die gesetzliche Krankenkasse abgerechnet werden kann. Ich bin aber zuversichtlich, dass Bundesministerin Dr. Giffey den Fonds in den kommenden Monaten auch und gerade durch die jetzigen Reformergebnisse, die für viele Betroffene enttäuschend sind, auf ein stabiles Fundament stellen wird.“

     

    Rörig dankt insbesondere dem Betroffenenrat für sein Engagement im Reformprozess: „Es wurde erneut deutlich, wie wichtig es ist, dass Betroffene mit ihrer Expertise und ihrem Erfahrungswissen auch in die politischen Prozesse im Themenfeld ganz konkret eingebunden werden. Erstmals wurde erreicht, dass ein Mitglied des Betroffenenrates als Sachverständige im Parlament zum Gesetz angehört wurde. Diese Erfahrungsexpertise ist unerlässlich, wenn wir die Perspektive von Betroffenen einnehmen wollen und Unterstützung auch ankommen soll!“

     

    Auch der Betroffenenrat begrüßt dass einige zentrale Verbesserungen durchgesetzt werden konnten, zeigt sich aber auch enttäuscht, dass für viele Betroffene nicht mehr erreicht werden konnte: „Mit unserer immer wieder vorgetragenen Kritik konnten wir massive Einschnitte im Bereich des Berufsschadensausgleich aber auch der beruflichen Rehabilitation verhindern. Das ist eine gute Nachricht, da die in Kindheit und Jugend erlittenen Gewalttaten häufig die angestrebten Ausbildungswege verhindern. Für uns als Betroffenenrat ist allerdings unverständlich, warum das Gesetz erst 2024 in Kraft tritt und die Ansprüche auch erst für Taten ab diesem Zeitpunkt bestehen. Es müsste mindestens gesichert sein, dass für Geschädigte, die mit dem neuen Gesetz erstmals Anspruch auf Leistungen bekommen, wie zum Beispiel Betroffene von Missbrauchsdarstellungen, nicht deswegen ohne Anspruch bleiben, weil sich die Taten in den nächsten Jahren aber vor Inkrafttreten des Gesetzes ereignen. Wir fordern die Bundesregierung auf, über nachhaltige Formen der Evaluierung sicherzustellen, dass die zugesagten Verbesserungen, gerade was die Verfahren angeht, auch tatsächlich erreicht werden. Viele Betroffene haben immer wieder berichtet, wie anstrengend für sie die oft jahrelangen Verfahren zur Anerkennung waren.“

08.11.2019  Erreichbarkeit der Geschäftsstelle des Fonds Sexueller Missbrauch

Informationen zur Erreichbarkeit der Geschäftsstelle für Anfragen

 

Die Geschäftsstelle des Fonds Sexueller Missbrauch hat im August und September 2019 alle vorliegenden noch unbearbeiteten Erstanträge mit Eingangsdatum bis zum 31. Juli 2018 gesichtet. Alle Antragstellenden haben, sofern die Voraussetzungen dafür vorlagen, einen Bescheid erhalten, in dem festgestellt wird, dass sie Betroffene sexuellen Missbrauchs im Sinne des Ergänzenden Hilfesystems sind und grundsätzlich Leistungen aus dem Fonds Sexueller Missbrauch in Anspruch nehmen können. Sofern die Kostenübernahme für Psychotherapien bei approbierten Therapeutinnen und Therapeuten beantragt war, wurde diese Leistung im Zuge der Sichtung bewilligt. Zu anderen beantragten Leistungen haben die Antragstellenden eine Aktualisierungsabfrage erhalten, mit der sie gebeten werden, der Geschäftsstelle mitzuteilen, ob die beantragten Leistungen noch aktuell sind oder ob sich inzwischen andere Bedarfe ergeben haben. Teilweise wurden auch Nachfragen zu beantragten Leistungen an die Antragstellenden versendet. Insgesamt wurden auf diese Weise innerhalb von zwei Monaten rund 1.700 Anträge bearbeitet.

 

Aus dieser hohen Zahl innerhalb eines kurzen Zeitraums ergibt sich ein erhöhtes Aufkommen an telefonischen Nachfragen von Antragstellenden an die Geschäftsstelle, das kurzfristig leider nicht vollständig aufgefangen werden kann. Daher kommt es aktuell zu Engpässen bei der telefonischen Erreichbarkeit der Geschäftsstelle. Wir bedauern dies sehr und bitten um Verständnis. Anfragen an die Geschäftsstelle können auch per E-Mail an kontakt@gstfsm.bund.de gerichtet werden. Bitte geben Sie bei Anliegen, die einen bereits in der Geschäftsstelle vorliegenden Antrag betreffen, immer die Fallnummer oder die PAN an. Zum Schutz der besonders sensiblen Daten der Antragstellenden ist die Geschäftsstelle verpflichtet, diese Angaben für die antragsbezogene Korrespondenz immer anzufordern.

 

07.11.2019  Polizei deckt "massivsten" Missbrauch in Nordrhein- Westfalen auf

Sexspielzeug und "Liebesbriefe in Kinderhandschrift": Die Ermittlungen zum Kindesmissbrauch in NRW fördern perfide Abgründe zutage. Die Polizei identifiziert inzwischen acht Opfer und nimmt zwei weitere Verdächtige fest. Die sichergestellter Daten sind auch für die Ermittler selbst eine Belastung.

https://www.n-tv.de/21378671

 

Missbrauchsfall in NRW weitet sich aus

https://rp-online.de/nrw/staedte/koeln/koeln-missbrauchsfall-in-nrw-weitet-sich-aus_aid-46999633

 

Täter sollen eigene Kinder getauscht haben:

https://spon.de/afBay

 

07.11.2019   Emeritierter Erzbischof räumt schwere Fehler im Umgang mit Missbrauch ein

In der katholischen Kirche verändert sich - ganz langsam - Wesentliches. Der emeritierte Erzbischof von Hamburg, Werner Thissen, hat in einem Interview schwere Fehler im Umgang mit sexuellem Missbrauch aus seiner Zeit als Verantwortungsträger im Bistum Münster eingeräumt. Vor seiner Berufung nach Hamburg 2003 hatte Thissen mehr als 20 Jahre Personalverantwortung im Bistum Münster getragen.

https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2019-11/deutschland-muenster-hamburg-erzbischof-thiessen-missbrauch.html

https://www.google.com/amp/s/m.faz.net/aktuell/politik/inland/missbrauchsskandal-bischof-gesteht-schwere-fehler-ein-16471824.amp.html

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/missbrauchsskandal-bischof-gesteht-schwere-fehler-ein-16471824.html?GEPC=s53

https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2019-11/deutschland-muenster-bischof-genn-missbrauch-thissen-praevention.html

 

Sexueller Missbrauch Hamburger Ex-Bischof: „Das waren Priester, die wir gut kannten“

Quelle: (dpa/ts)

https://www.mopo.de/hamburg/sexueller-missbrauch-hamburger-ex-bischof--- das-waren-priester--die-wir-gut-kannten--33423688

Das Urteil ist deutlich: Wir haben versagt! Der ehemalige Hamburger Erzbischof Werner Thissen (80) hat in einem Interview deutliche Worte über den Umgang der katholischen Kirche mit dem Missbrauchsskandal gefunden. Er selbst räumt schwere Fehler während seiner Zeit in Münster ein.
Viel Verständnis für die Täter, kein Kontakt zu den Opfern, Überforderung bei er Kirchenleitung – Thissens Analyse des Versagens der Kirche ist schonungslos. „Diejenigen, die des Missbrauchs beschuldigt wurden, waren ja Priester, die wir gut kannten. Da kommt sehr schnell der Mitleidseffekt auf", bedauert der Bischof in einem Interview mit der Bistumszeitung „Kirche und Leben".

So wurde während einer Personalkonferenz gefragt, ob der Täter nicht bestraft werden müsse, erinnert sich Thissen. Man kam damals überein, dass der sich „durch sein Vergehen am meisten schon selbst bestraft" habe. Was für ein Hohn.
Kirche fehlte Verständnis und Nähe zu den Opfern
Doch darüber, wie es den Opfern erging, hatte Thissen nach eigenen Angaben kaum eine Vorstellung gehabt. Der Grund: Er hatte – obwohl er in seiner Zeit von 1978 bis 1999 im Bistum Münster als Leiter der Hauptabteilung Seelsorge-Personal und später als Generalvikar und damit als Stellvertreter des Bischofs Personalverantwortung trug – kaum Kontakt zu den Opfern. Erst viel später, als er in Hamburg arbeitete – lernte er durch Gespräche die Opfer kennen und verstehen.

Sexueller Missbrauch muss weiter aufgearbeitet werden

Die angesprochene Personalkonferenz war damals für den Umgang mit den Missbrauchsfällen zuständig. „Aber sie war dazu gar nicht in der Lage. Da hätten Fachleute dazu gehört", kritisiert der Ex-Bischof das System heute. Also wurde der Missbrauch zu einem Nischenthema, das an Ärzte und Therapeuten abgeschoben wurde.

Die Aussagen des Priesters im Ruhestand werden von Bischof Felix Genn in Münster befürwortet. „Betroffene sagen uns immer wieder, wie wichtig es für sie ist, zu erfahren, wer von den damaligen Verantwortungsträgern dafür zuständig war, dass die Taten sexuellen Missbrauchs nicht an die Öffentlichkeit kamen", betont er die Relevanz von Thissens Stellungnahme. Doch, „dass dabei, wie es Werner Thissen selbst sagt, die Betroffenen nicht im Blick waren, bleibt für uns heute unverständlich." Genn ist nun dafür dankbar, dass sich der ehemalige Generalvikar zu den Fehlern bekannt hat und auch die Verantwortung übernimmt.
Strukturelle Ursachen für die traurige Zahlenbilanz sollen von einem Historiker untersucht werden
1670 Kleriker missbrauchten 3677 Minderjährige: Das ergab eine Studie zu 
sexuellem Missbrauch der katholischen Kirche im September 2018. Im Bistum Münster selbst gab es 138 verdächtige Priester. Besonders erschreckend war dabei eine Tat des verstorbenen Münsteraner Bischofs Reinhard Lettmann. Als dieser in den 1970er Jahren noch ein Generalvikar war, versetzte er einen bereits verurteilten pädophilen Priester. So konnte dieser weiterhin Kinder und Jugendliche sexuell missbrauchen.

 

Der Historiker der Uni Münster, Thomas Großbölting, wurde vom Bistum beauftragt, die Fälle sexuellen Missbrauchs durch Priester, Diakone und Ordensleute zu untersuchen. Dabei soll aufgezeigt werden, ob die Strukturen im Bistum diese Straftaten gegenüber Schutzbefohlenen ermöglicht haben. (dpa/ts)

 

07.112019   Wer sind die Gegner von Papst Franziskus und was treibt sie an?

06.11.2019  Opfer: Missbrauch in Kirche war Schweriner Leitung bekannt

Kirchenunabhängige Forscher sollen den Missbrauch in der katholischen Kirche Mecklenburgs genauer analysieren. Beim Auftakttreffen in Neubrandenburg wurden bereits Vorwürfe gegen die damalige Kirchenleitung in Schwerin erhoben.

https://www.n-tv.de/21373359

 

06.11. 2019   US-Bischöfe: Neue Maßnahmen gegen Missbrauch

Auf ihrer nächsten Vollversammlung, die für den 11. und 13. November in Baltimore geplant ist, werden die Bischöfe der Vereinigten Staaten neue Maßnahmen gegen sexuellen Missbrauch in der Kirche prüfen. 

Das Erzbistum Boston war eine der am meisten von der Missbrauchskrise betroffenen Diözese in den USA. Es gab auch Gerichtsprozesse, bei denen Millionen US-Dollar Schmerzensgeld gefordert wurden. Deshalb wurde die Erzdiözese auch finanziell schwer in Mitleidenschaft gezogen.

 

https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2019-11/usa-bistum-boston-massnahmen-missbrauch-ad-limina-oconnel-malley.html

 

06.11.2019  Erzbistum Hamburg stellt Studie zu Missbrauchsaufarbeitung vor

03.11.2019    Frau berichtet von Missbrauch in Kirche in Kevelaer

02.11. 2019  Kommentar der Deutschen Bischofskonferenz zum Film "Verteidiger des Glaubens- ein Film über Benedikt XVI.

Die Deutsche Bischofskonferenz gibt folgende Stellungnahme zum Film ab:

 

Hier die Erklärung der Deutschen Bischofkonferenz zu dem Film „Verteidiger des Glaubens“

 

Zum Film des Regisseurs Christoph Röhl, „Verteidiger des Glaubens“ über Kardinal Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI., erklärt der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp:

 

„Die Deutsche Bischofskonferenz begrüßt jeglichen konstruktiven Beitrag zur Aufdeckung von sexualisierter Gewalt, ihrer Ursachen und des Umfeldes, durch den Menschen so lange leiden mussten. Gerade auch der Kirche fernstehende Journalisten haben hier ganz wichtige Beiträge geleistet. Leider können wir im Film von Christoph Röhl, ‚Verteidiger des Glaubens‘, mit Bezug auf die Person Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI. diesen konstruktiven Beitrag nicht sehen.

 

Der Film zeichnet insgesamt ein stark verzerrtes Bild von Kardinal Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. Tenor ist: Es ging ihm immer nur um die Reinheit der Kirche und des Priestertums, nie um die Opfer. Das ist eine eigenwillige und fehlerhafte Interpretation.

 

Die Theologie Joseph Ratzingers ist nicht charakterisiert durch einseitige Realitäts-Fremdheit und die Konzentration auf ein weltfremd Schönes. Kenner seiner Theologie sehen hier eine Verkürzung, die dem anerkannten Theologen nicht gerecht wird. In der Theologie eine der Ursachen für Missbrauch bzw. Vertuschung sehen zu wollen, geht an der Sache vorbei.

 

Über Jahrzehnte war Kardinal Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. eine treibende Kraft gegen Missbrauch:

-          bei der kirchlichen Definition der ‚besonders schwerwiegenden Verbrechen‘ und damit der kirchenrechtlichen Definition des Verbrechens Missbrauch;

-          bei der Schaffung einer speziellen Strafkammer in der Kongregation für die Glaubenslehre und damit beim Aufbau der Strukturen;

-          bei der strafweisen Entfernung von mehr als 380 Priestern, die Täter waren, aus dem Klerikerstand.

Diese Aspekte werden im Film nicht angemessen gewürdigt.

 

 

Vor allem war es Benedikt XVI., der sich als erster Papst überhaupt auf mehreren Reisen mit Opfern sexuellen Missbrauchs traf, insbesondere im September 2011 in Erfurt. Dieser Umstand wird verschwiegen, was den Film unseriös macht. Es ist bedauerlich, dass die Chance zu einem historisch-kritischen Porträt über Papst Benedikt XVI., das ihm differenziert hätte gerecht werden können, verpasst worden ist.“

 

 

Was wir als Betroffene zu dieser Stellungnahme sagen müssen:

1. In der Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz verweist man darauf, das gerade Papst Benedikt XVI. durch das Treffen mit Opfern in Erfurt bei seinem Deutschland- Besuch das Leid der Opfer am Herzen lag. Hierzu können wir  nur sagen, dass in der Pressekonferenz zu diesem Papstbesuch in Deutschland ein Treffen mit Opfern gerade nicht vorgesehen war. Dies wurde auf Anfrage von Betroffenen auf dieser Pressekonferenz klar hervorgehoben.

 

Wenn die Deutsche Bischofskonferenz es so genau nimmt mit der Wahrheit, dann sollten sie auch bei der Wahrheit bleiben und dieses Faktum nicht in Ihrer Erklärung anders darstellen.

 

2. Gerade unser Verein muss sich deutlich gegen diese Presseerklärung erklären. Zur bedrückenden Wahrheit gehört nämlich, dass Herr Ratzinger zumindest in seiner Eigenschaft als Präfekt der Glaubenskongregation (seit 1981) genau das nicht getan hat, was seines Amtes gewesen wäre, nämlich die Opfer zu schützen und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Einer "unserer" Betroffenen hat 1983 seine Laisierung als Priester mit dem Missbrauch als Jugendlicher durch einen damals vorgesetzten Priester (Pater S.) begründet. Er ist auch "erfolgreich" laisiert worden. Der Täter Pater S. allerdings konnte weiter sein Unwesen treiben, bis er 1988 plötzlich verstarb. Was er trieb, schien damals niemanden zu interessieren. Seinerzeit gab es nicht mal eine Nachfrage an den Orden.

 

31.10.2019   Bischöfliches Konvikt Albertinum (Kath. Internat) in Gerolstein, Bistum Trier, lässt Abertinum-Vergangenheit aufarbeiten

Zum Beginn der Aufarbeitung am Albertinum folgender Link:

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/Albertinum-in-Gerolstein-Bistum-Trier-laesst-Albertinum-Vergangenheit-aufarbeiten,av-o1167996-100.html

 

Und folgender text aus dem tierischen Volksfreund (Tageszeitung im Bistum Trier):

Trierischer Volksfreund 31.10.2019.pdf
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Zeitungsausschnitt Trierischer Volksfreu
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29.10.201   EINLADUNG Tagung "Was ist Aufarbeitung?"

TAGUNG "WAS IST AUFARBEITUNG?   RECHTE UND PFLICHTEN ZUR AUFARBEITUNG SEXUELLEN

KINDESMISSBRAUCHS IN INSTITUTIONEN" 

 

Dienstag, 3. Dezember 2019, 10:30 Uhr bis 18:30 Uhr

 Akademie der Künste, Berlin

 

Was ist Aufarbeitung und was ist dabei zu beachten? Vor diesen Fragen stehen sowohl Institutionen, die vergangene Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch untersuchen wollen, als auch heute erwachsene Betroffene, die Verantwortungsübernahme und Aufarbeitung einfordern. Für eine gelingende Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs gibt es bislang keine übergreifenden Kriterien. Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs hat Empfehlungen zu Rechten und Pflichten entwickelt, mit der sie diese Lücke schließen will.

Viele Einrichtungen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, haben in den letzten Jahren Schutzkonzepte eingeführt. Es ist allerdings davon auszugehen, dass eine verborgene Gewaltgeschichte in die Gegenwart hineinreicht und wirksame Prävention davon abhängt, wie mit vergangenen Gewalttaten gegen Schutzbefohlene umgegangen wird. Wenn Mädchen oder Jungen sexuellen Missbrauch in Heimen oder Internaten, Kirchen, Schulen oder Vereinen wie dem Sport oder anderen Freizeitbereichen erlebt haben, sind diese Einrichtungen dazu verpflichtet, sich mit ihrer Gewaltgeschichte auseinanderzusetzen.

Wir freuen uns sehr, Ihnen die Empfehlungen am 3. Dezember 2019 vorstellen zu können und laden Sie herzlich ein, sich an der Diskussion zu beteiligen und an der Tagung teilzunehmen.

Prof. Dr. Sabine Andresen

Vorsitzende der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs

 

Das Programm und weitere Informationen zu der Tagung finden Sie auf unserer Veranstaltungswebsite. Die Anmeldung ist bis zum 11. November 2019 möglich.

 

26.10.2019   Missbrauchsfall an saarländischer Kinderklinik

26.10.2019    Raus aus dem System der Missbrauchstäter. Katholische Kirche

Thomas Hanstein ist Coach, Autor – und Diakon. Er bat um Freistellung vom kirchlichen Amt, weil er sich in einem System fühlte, in dem Missbrauchstäter sitzen, sagte er im Dlf. „Für mich ist nicht nachvollziehbar, warum es für viele andere Kirchenobere offensichtlich einfach so weiterging.“

https://www.deutschlandfunk.de/katholische-kirche-raus-aus-dem-system-der-missbrauchstaeter.886.de.html?dram:article_id=461643

 

25.10.2019   Gebetstag für Missbrauchsopfer

Hier der Text zu dem Gebetstag der Deutschen Bischofskonferenz:

Gebetstag für Opfer sexuellen Missbrauchs
Die Deutsche Bischofskonferenz folgt auch in diesem Jahr der Anregung von Papst Franziskus und lädt zum Gebetstag für Opfer sexuellen Missbrauchs ein. Dieser findet seit 2015 in zeitlicher Nähe zum „Europäischen Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch“ (18. November 2019) statt, der vom Europarat initiiert wurde. In diesem Jahr wird empfohlen, den Gebetstag in den Tagen um den 33. Sonntag im Jahreskreis (17. November 2019) zu begehen.
Mit dem Gebetstag soll ein Zeichen der Solidarität mit Menschen zum Ausdruck gebracht werden, die Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sind. Er versteht sich auch als ein Beitrag zur Sensibilisierung für diese Thematik in Kirche und Gesellschaft. Bereits im vergangenen Jahr hat die Deutsche Bischofskonferenz Gebets- und Fürbittenvorschläge für die Gestaltung von Gottesdiensten bereitgestellt, die weiterhin aktuell sind. In diesem Jahr werden zusätzliche Elemente für die Gestaltung von unterschiedlichen Gottesdienstformen bereitgestellt. Dazu gehören neben weiteren Fürbitten auch Impulse und Texte von Betroffenen.

 

Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, ermutigt Pfarrgemeinden und Verbände, den Gebetstag zu nutzen: „Als Kirche übernehmen wir Verantwortung für das Unrecht, das Menschen in der Kirche angetan wurde. Als Gläubige wollen wir mit dem Gebet unsere Solidarität und Nähe ausdrücken“, so Bischof Ackermann. Die verschiedenen Materialen bieten eine gute Möglichkeit, in der Liturgie mit einem Gebet der Betroffenen zu gedenken oder einen Gottesdienst speziell unter das Thema Missbrauch zu stellen. „Oft gibt es keine Worte für das Leid, das Betroffene sexualisierter Gewalt erfahren haben. Aber im Gebet zu Gott eröffnet sich die Möglichkeit, Sprachlosigkeit zu überwinden“, so Bischof Ackermann.

 

25.10.2019    Tatort Schule Internat Kindergarten Krankenhaus: Unfallkasse einschalten! Missbrauchsopfer erstreitet monatliche Rente durch die Gesetzliche Unfallversicherung

Die Gesetzliche Unfallversicherung tritt für alle Schadensfälle in Schule, kita, Krankenhaus, Internate ein. Sie ist für diese Institutionen gesetzlich vorgeschrieben. Erstmals hat jetzt ein Missbrauchsopfer eine monatliche Rente erstritten für Folgen, die aus einem Missbrauch in der Institution entstanden sind.

 

25.10.2019   Neue Kitamethode, die zu Übergriffen einlädt. Sehenswerter Beitrag der Fernsehsendung Kontraste

 

Der Beitrag dauert nicht lange. Uns steht immer noch der Mund offen, dass ein solches Konzept weltweit in Kindergärten praktiziert werden darf und auch praktiziert wird. Über das Entsetzen hinaus: was soll eine solche pädagogische Idee bewirken? Was ist der Sinn? Welche Entwicklung soll hier befördert werden? So traurig das ist, wegen der Armut an möglichen Argumenten ist die Vermutung überhaupt nicht abwegig, dass es einzig und allein darum geht, eine Gelegenheitsstruktur für Sexuellen Missbrauch aufzubauen. Und wieder stecken die Kirchen als Träger der Einrichtungen mitten drin. Was ist mit einer Pädagogik, die nicht merkt, wofür sie benutzt wird. Was sind es für Pädagogen, die nicht merken, wofür sie herhalten sollen? Wo ist die Verantwortlichkeit der Kitaleitungen? Wo greifen die Präventionskonzepte? Unglaublich.

 

 

Mittlerweile schlagen die Wellen hoch. 

https://www.ardmediathek.de/ard/player/Y3JpZDovL3JiYi1vbmxpbmUuZGUva29udHJhc

https://www.rbb-online.de/kontraste/naechste_sendung/naechste-sendung.html

 

Viele Menschen scheinen sehr entsetzt zu sein, was wir für ein gutes Zeichen halte. Vor 2 Jahren gab es über die Machenschaften von Original Play in einer Kreuzberger Kita der evangelischen Kirche schon mal einen sehr guten Bericht in der "Berliner Zeitung"

 https://www.berliner-zeitung.de/berlin/missbrauchsverdacht-in-berlin--die-leiden-der-kita-kinder-32364286

Einer der beiden Gründer von Original Play steht den Klerikalen nahe. Der US-Amerikaner Fred Donaldson scheint einen solchen Hintergrund zu haben

https://spon.de/afADV

 

25.10.2019   Gebetstag gegen Sexuellen Missbrauch

24.10.2019    Eckpunktepapier zum neuen Soziales Entschädigungsrecht

Der Weisse Ring macht auf Probleme beim Gesetzentwurf zum neuen Sozialen Entschädigungsrecht (SER) aufmerksam und macht deutlich, dass sexuelle Gewalt gegen Kinder in jedem Fall eine Entschädigung begründet.

https://weisser-ring.de/system/files/domains/weisser_ring_dev/downloads/gemeinsameeckpunktemitlogosfinal.pdf

 

24.10.2019    Urteil: Wer Bilder von Kindesmissbrauch besitzt, darf kein Lehrer sein

 

Ein bemerkenswertes Urteil, wie wir finden:

 

https://spon.de/afAAo

 

24.10.2019    Sexuelle Gewalt als Machtmissbrauch

Vor der Verwechslung von Ursachen für sexuellen Missbrauch und Risikofaktoren in der Institution Kirche, die Missbrauch begünstigen können, aber nicht die eigentliche Ursache sind, hat der deutsche Jesuit Klaus Mertes gewarnt.

 

https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2019-10/klaus-mertes-missbrauch-zoelibat-sex-reformen-jesuit-kinderschut.html

 

23.10.2019   Prozess gegen indischen Bischof wegen Vergewaltigung einer Ordensfrau eröffnet

  

Im indischen Bundesstaat Kerala beginnt am 11. November der Prozess gegen den der Vergewaltigung beschuldigten katholischen Bischof Franco Mulakkal. Der 55 Jahre alte Geistliche ist derzeit gegen Kaution auf freiem Fuß, wie örtliche Medien am Mittwoch berichteten.

Unterdessen wurde er von Ordensfrauen wegen Einschüchterung und Beeinflussung des mutmaßlichen Opfers sowie weiterer Zeugen angezeigt. Er und seine Gefolgsleute verfolgten das Ziel, Belastungszeugen und Ermittler über die Sozialen Medien verächtlich zu machen, so der neue Vorwurf. Mulakkal wird zur Last gelegt, zwischen 2014 und 2016 in Kerala eine Ordensfrau mehrfach vergewaltigt zu haben. Er weist dies entschieden zurück. Sein Bistum Jalandhar im Bundesstaat Punjab, für das ein Übergangsleiter ernannt wurde, verweigerte Mulakkal die Übernahme der Kosten für seine Strafverteidigung. Der Fall schlägt in Indien seit Monaten hohe mediale Wellen und erschüttert die katholische Kirche des Landes.

 

23.10.2019 US- Diözese einigt sich mit Missbrauchsopfern auf die Zahlung von 40 Millionen Dollar

 

Die Diözese Duluth im US-Bundesstaat Minnesota und mehrere Dutzend Missbrauchsopfer haben einen gerichtlichen Vergleich geschlossen.  

 

https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2019-10/usa-duluth-entschaedigung-missbrauch-kirche-bistum-kinderschutz.html

 

23.10.2019   Stellungnahme des Betroffenenbeirats Ergänzende Hilfen (EHS, Missbrauchs-Fonds Familienministerium) zum Vorschlag des Bundesrates zum SER (Gesetz zum Sozialen Entschädigungsrecht)

Im Auftrag der Mitglieder des Betroffenenbeirates beim Fonds Sexueller Missbrauch übersendete Frau Angelika Oetken als Sprecherin des Beirats die entsprechenden Anmerkungen zu den Empfehlungen des Bundesrates zum SER-Gesetzesentwurf.

In den Anträgen, die beim FSM (Fonds Sexueller Missbrauch) eingehen, spielt das OEG (Opferentschädigungsgesetz) eine entscheidende Rolle. Viele AntragstellerInnen müssen auf Ergänzende Hilfen (FSM) zurückgreifen, weil sie im OEG-Verfahren nicht zu ihrem Recht kamen oder aus triftigen Gründen davor zurückschrecken, überhaupt gesetzliche Entschädigung zu beantragen. 

EHS_BB, Anmerk. Empfehlg. Bundesrat Entw
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23.10.2019   Kirchliche Missbrauchsprävention in Australien

22.10.2019   Bewerbungen für den Betroffenenrat beim Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs in Berlin jetzt möglich und erwünscht

Bewerbungsverfahren für die Mitgliedschaft im Betroffenenrat startet am 21. Oktober 2019 

 

Bis zum 9. Dezember 2019 können sich Betroffene sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend für die Mitarbeit im Betroffenenrat beim Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung bewerben.

 

Berlin, 21.10.2019. Seit heute können sich Betroffene sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend als Mitglied des Betroffenenrates beim Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) bewerben. Interessierte können ihre Bewerbung bis zum 9. Dezember 2019 einreichen.

 

Der ehrenamtlich tätige Betroffenenrat wirkt bei der Entwicklung von Konzepten, Vorhaben und Stellung-nahmen und Positionierungen des UBSKM mit und trägt dadurch die Anliegen und die Expertise der Menschen, die als Kinder oder Jugendliche sexuelle Gewalt erlitten haben, in den politischen Diskurs.

 

Mitglied des Betroffenenrates kann werden, wer in Kindheit oder Jugend selbst sexuelle Gewalt erfahren hat. Das Gremium soll gendergerecht besetzt sein und unterschiedliche Missbrauchskontexte repräsentieren (zum Beispiel familiären, institutionellen und nicht-institutionellen Kontext, sowie den Bereich der organisierten sexuellen Gewalt).

 

Die Auswahl der künftigen Mitglieder des Betroffenenrates erfolgt durch ein Auswahlgremium, das aus fünf Personen - zwei Betroffenen, einer Person aus dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dem UBSKM und einer Person aus dem Arbeitsstab des UBSKM - besteht.

 

Der Betroffenenrat wurde erstmals im April 2015 beim Amt des UBSKM eingerichtet und ist Ende 2018 durch Beschluss des Bundeskabinetts dauerhaft beim UBSKM etabliert worden. Dem Betroffenenrat können künftig bis zu 18 Mitglieder angehören. Sie werden voraussichtlich im Frühjahr 2020 für die Dauer von fünf Jahren von der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend berufen. Dem aktuell amtierenden Betroffenenrat gehören elf Mitglieder an, die ihre Arbeit fortsetzen möchten.

 

 

Vollständige Pressemitteilung downloadbar:

 

 

Pressemitteilung_Bewerbungsverfahren für die Mitgliedschaft im Betroffenenrat.pdf

Pressemitteilung_Bewerbungsverfahren für
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19.10.2019  Missbrauchsvorwürfe im französischen Taizé

15.10.2019  Presseerklärung von MissBiT (Missbrauchsopfer im Bistum Trier) zu „1 Jahr MHG- Studie“

 

PresseerklärungMissBiTEinJahrMHGStudie2019.pdf

 

Dazu auch:

 

 

Trierischer Volksfreund 18.10.2019.pdf

PresseerklärungMissBiTEinJahrMHGStudie20
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Trierischer Volksfreund 18.10.2019.pdf
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15.10.2019  In einzelnen Kinos läuft ab dem 30.10. der Film „Verteidiger des Glaubens“ (Dokumentarfilm zu Benedikt XVI. von Christof Röhl) an

 

VERTEIDIGER DES GLAUBENS erzählt die Geschichte eines Mannes, dessen Lebensaufgabe es war, die Kirche und ihre Werte zu bewahren, der sie aber stattdessen in ihre größte Krise  führte: Joseph Ratzinger, der deutsche Papst Benedikt XVI.
Nachdem er in den 1960er Jahren eine kurze Zeit lang als Erneuerer gegolten hatte, musste er zum Höhepunkt der Krise gezwungenermaßen anerkennen, dass sich seine größten Feinde in Wahrheit nicht außerhalb, sondern innerhalb der Kirche bewegten.
Der Dokumentarfilm analysiert, welche Rolle er beim Aufbau eines Machtsystems im Vatikan spielte, und inwiefern er damit erheblich zu dem Vertrauensverlust beitrug, unter dem die katholische Kirche seit Jahren leidet.

 

Dazu ganz besonders der Deutschlandfunk am 22.10.:

 

 

https://www.deutschlandfunk.de/ratzinger-film-verteidiger-des-glaubens-es-kann-nicht-sein.886.de.html?dram:article_id=461477

 

Kurienerzbischof Gänswein warnt vor dem Film, was schon fast einer Empfehlung gleichkommt:

 

https://www.domradio.de/video/gaenswein-warnt-vor-benedikt-film

 

Hier auch die Presseerklärung der Initiative Missbrauch in Ahrensburg  (Missbrauch in der evangelischen Kirche)

 

Die Betroffenengruppe aus dem Bereich der evangelischen Kirche äußert sich zum Film „Verteidiger des Glaubens“ von Christoph Röhl und beleuchtet dabei Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Kirchen im Umgang mit sexuellem Missbrauch: 

 

Stellungnahme zum Film Verteidiger des G
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10.10. 2019  Katholische Kirche Polens gründet Stiftung für Missbrauchsopfer

08.10.2019   Kultur der Achtsamkeit gegen Missbrauch

04.10.2019  Wie man seine Kinder schützen kann. Hilfe für Eltern

02.10.2019   Zahlungen der Unfallkasse an Schulen und anderen Institutionen für Opfer von sexueller Gewalt Missbrauch nicht ausgeschlossen

Ein Missbrauchsopfer, das den Klageweg beschritten hat, soll  voraussichtlich Leistungen der Unfallkasse erhalten.

 

Dazu die entsprechenden Ausführungen zum Unfallschutz der Deutschen Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV):

 

"Dabei spielt es für den Versicherungsschutz der Schülerinnen und Schüler keine Rolle, ob es sich um eine öffentliche Schule handelt oder ob die Schule einen privaten Träger hat. Die Kosten für den Versicherungsschutz übernimmt die öffentliche Hand. Für die Entschädigung der Unfälle sind die Unfallkassen oder Gemeindeunfallversicherungsverbände zuständig."

 

https://www.dguv.de/de/versicherung/versicherte_personen/kinder/schueler/index.jsp

 

Und wie auch beim Opferentschädigungsrecht: der gesetzliche Kostenträger hat dann zu prüfen, inwieweit er den Verursacher (hier: Täter) in Regress nehmen kann.

 

 

02.10.2019   Fünf neue Missbrauchsfälle in der Diözese Würzburg

02.10.2019   Priesterlicher Erzieher in Russland wegen Missbrauchs festgenommen

30.09.2019   Kindesmissbrauch - Ermittlungen gegen Würzburger Logopäden abgeschlossen

29.09.2019   Pater Mertes zur Entschädigungsfrage: Wie ein paulus zum Saulus wird. - Ein Jesuit rüstet auf -

Der Sage nach soll er ein lauter Prediger gewesen sein, jener Saulus, der als Missionar für den

jüdischen Glauben in Diasporagemeinden auftrat, laut, empört, wütend. Und er soll, nach seiner

Bekehrung zum Christentum, auf seinen Reisen ein sanfter, geduldiger Berater der jungen

Christengemeinden mit dem Namen Paulus gewesen sein - so jedenfalls berichtet das Neue

Testament. Aus dieser Wandlung in Charakter und Mission wird im Allgemeinen die

Redewendung "vom Saulus zum Paulus" abgeleitet.

Jüngst meldete sich ein anderer Gestaltwandler zu Wort: Pater Klaus Mertes, Jesuit und

ehemals Rektor des Canisius-Kollegs in Berlin, der 2010 mit seinem offenen Brief den Blick der

Öffentlichkeit auf die Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche lenkte. Mertes geriert sich

weiterhin als Aufklärer - heute allerdings nicht im Sinne des Opferschutzes, sondern zur

Disziplinierung der Missbrauchsbetroffenen und zum Schutz der klerikalen Gemeinschaften. Es

ist Zeit, sein Interview "Vielen Betroffenen ist es noch wichtiger, dass die Kirche sich ändert, als

dass sie zahlt" unter die Lupe zu nehmen.

https://www.fr.de/politik/katholische-kirche-entschaedigung-missbrauchsopfer-interview-jesuit-

klaus-mertes-13050975.html

Fangen wir mit der Überschrift, einem Zitat aus dem Interview, an: Woher weiß Mertes das? Mit

wie vielen Opfern hat er gesprochen? Gehen wir zu seinen Gunsten davon aus, er habe in den

vergangenen 10 Jahren täglich mit einem Opfer gesprochen, so kommt die Rechnung auf 3.652

Betroffene, mit denen er intensiv genug kommuniziert hat, um über Kirchenreformen und über

Geld zu reden. Dies verfehlt nur knapp die Opferzahl, welche in der von den deutschen

Bischöfen in Auftrag gegebenen Studie ("MHG-Studie", 2018) als Betroffene klerikalen

Missbrauchs benannt wird. Die Autoren der Studie weisen allerdings deutlich darauf hin, dass

es bezüglich der Opferzahlen erhebliche Dunkelziffern gebe.

Eine aktuelle Studie der Universität Ulm geht davon aus, dass die Opferzahlen mehr als 30-mal

so hoch sind wie die Ergebnisse der MHG-Studie, welcher nur jene Fälle zugrunde lagen, die in

den Kirchenakten der Bistümer (nicht etwa der Orden, die Träger der Mehrzahl kirchlicher

Heime und Schulen sind) registriert waren:

https://www.welt.de/politik/deutschland/article190130223/Studie-Universitaet-Ulm-Noch-viel-

mehr-Missbrauchsopfer-durch-Priester-und-Pfarrer.html

https://journals.sagepub.com/home/sax

https://www.welt.de/print/welt_kompakt/vermischtes/article190216713/Das-wahre-Ausmass.html

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/114000-Missbrauchsopfer-

in-katholischer-Kirche,missbrauch1718.html

 

Jörg Fegert, Kinder- und Jugendpsychiater, Leiter des Kompetenzzentrums 'Kinderschutz in der

Medizin' in Baden-Württemberg und Autor der Ulmer Studie, beziffert das Dunkelfeld mit

114.000 Missbrauchsopfern allein im Bereich der katholischen Kirche. Auffällig dabei ist, dass

sexueller Missbrauch durch katholische Priestervor allem bei den massiven Formen, also jenen

mit Penetration, besonders hoch liegt.

Angesichts solcher Opferzahlen ist zu bezweifeln, dass Klaus Mertes mit "vielen" Betroffenen

gesprochen hat. Die Behauptung, der Wunsch nach Reformen sei vielen noch wichtiger als

Entschädigungszahlungen, ist unbewiesen und Unsinn. Diese Behauptung wiegelt auf und

versucht die Meinung all jener zu manipulieren, die keine Gelegenheit haben, sich über die

Opferzahlen kundig zu machen.

Ebenso manipulativ muten die Implikationen an, die Klaus Mertes verpackt in provozierenden

Fragen nach der möglichen Herkunft der Entschädigungsmittel: Soll das etwa "auf Kosten der

pädagogischen Qualität in den kirchlichen Schulen und des Gemeindelebens" gehen? Soll "eine

Grundschuld auf den Kölner Dom" aufgenommen werden?" Diese Fragen hetzen das

Kirchenvolk auf zu der Haltung: 'Ja, genau, die Kirche ist arm'. Und in der gehässigen Variante:

'Und jetzt kommen auch noch die egoistischen Missbrauchsopfer und machen die Kirche noch

ärmer'.

Das Gegenteil ist der Fall.

Das Staat-Kirche Verhältnis, um das Mertes sich sorgt, könnte wesentliche Impulse dadurch

erhalten, dass die Kirche voranschreitet: Ohne Rechtspflicht und in angemessener Höhe zu

entschädigen - das ist besonders, das könnte auch Modell sein für staatliche

Entschädigungsleistungen.

Weiterhin ist die Behauptung von der Armut der Kirche zu prüfen.

https://www.welt.de/wirtschaft/article156376890/So-reich-ist-die-katholische-Kirche-wirklich.html

https://web.de/magazine/wirtschaft/vermoegen-verfuegt-kirche-deutschland-33621932

https://de.wikipedia.org/wiki/Verm%C3%B6gen_der_r%C3%B6misch-katholischen_Kirche

Der Politikwissenschaftler und Publizist Carsten Frerk geht davon aus, dass die katholische

Kirche in Deutschland insgesamt über ein Vermögen von rund 200 Milliarden Euro verfügt.

Basis seiner Berechnungen sind die (nur zum Teil zugänglichen) Bilanzen, die übrigens "nach

dem Niedrigstwertprinzip erstellt werden: Viele Vermögenswerte würden nur mit sehr geringen ,

teils symbolischen Beträgen und nicht ihrem aktuellen Wert aufgeführt."

Mertes irrt also. Die Kirche ist nicht arm. Sie könnte, ohne die Kirchengemeinden zu belasten,

für ihre diözesanen und bei Orden anfallenden Entschädigungsschulden aufkommen. Dazu

braucht es allerdings ein Wollen, das die Bischöfe bei ihrer diesjährigen Herbstvollversammlung

bekundet haben - dass allerding der Jesuit Klaus Mertes nicht erkennen lässt. Es waren ja auch

die Jesuiten, deren Orden 2010 in den USA angesichts anstehender

Entschädigungsforderungen das so genannte "Chapter 11" beantragt haben, eine nach

angelsächsischem Recht mögliche Form des Insolvenzantrages. "Während Chapter 11 sollen

die Finanzen eines Unternehmens neu strukturiert werden . Gläubiger können in dieser Phase

keine Forderungen stellen."

https://www.focus.de/panorama/welt/schutzmassnahme-jesuitenorden-beantragt-insolvenz-in-

den-usa_aid_482642.html

An anderer Stelle irrt Mertes nicht nur. Zumindest will er den Eindruck erwecken, dass die

Schulen und Hochschulen in der Trägerschaft seines Ordens voll umfänglich von diesem

finanziell getragen seien. Es läge nahe, Mertes einen Täuschungsversuch zu unterstellen.

Anders ist nicht erklärbar, dass ein ehemaliger Schuldirektor nicht offenlegt, dass die

Bundesländer je nach Modellen 60 bis 90 Prozent für den Betrieb der Schulen zugeben.

https://www.katholisch.de/artikel/16973-was-eltern-ueber-katholische-schulen-wissen-sollten

Für Opfer sexuellen Missbrauchs hat es, jenseits von Opferzahlen und Finanzquellen, ein

besonderes G'schmäckle, wenn Klaus Mertes den Schmerz beklagt, den er selbst durch die

Verbrechen (so nennt er es allerdings nicht) seiner Kollegen zu erleiden habe: "Ich bin in

Gesprächsprozessen mit Betroffenen, die sich manchmal über Jahre hinwegziehen. Das ist

nicht immer leicht, aber es entsteht Beziehung. Es tut auch weh, die von mir geliebte Kirche in

der Perspektive der Geschichten zu sehen, die ich von Betroffenen höre. Aber dieser Schmerz

ist kreativ, denn er verändert etwas in mir, mein Selbstbild, mein Priesterbild, mein Kirchenbild.

Das entwickelt sich in gegenseitig geschenkter Zeit. Dafür bin dankbar. Ich gebe nicht nur, ich

empfange auch."

Eine hier nicht benannte Betroffene kommentiert:

"Für mich ist da eine ganz widerliche sublimierte Erotisierung drin, mit Sado-Maso-

Komponente; mal abgesehen von der Heuchelei. . .  Jetzt müssen die OpferQauch noch als

Therapeuten und Change-Manager für die Kirche herhalten, zur Erbauung von Herrn Mertes.

Und das muss dann auch reichen, und man sollte sich glücklich schätzen."

Die deutschen Bischöfe haben Richtlinien für den Umgang mit sexualisierter Gewalt entwickelt

und verbreiten sie. Dort allerdings ist ein Thema nicht aufgehoben: Ein Moralkodex für Kleriker,

welche das Denken und Handeln von Missbrauchsopfern kritisieren. Klaus Mertes provoziert in

seinem Interview zu Neid und Missgunst. Auch in diesem Feld muss der Verrohung von

Sprache früh begegnet werden.

 

26.09.2019 Missbrauch in der evangelischen Kirche in Deutschland- Presseerklärung der Ahrensburger Initiative

Betroffenengruppe aus dem Bereich der evangelischen Kirche

fordert von der EKD Entschädigung für Betroffene sexuellen Missbrauchs:

Presseerklärung Ahrensburg.pdf

Weitere Links:

www.missbrauch-in-ahrensburg.de

 

www.der-ahrensburger-fall.de

 

 

 

24.09.2019    in den Kinos läuft der sehenswerte Film „Gelobt sei Gott“ von François Ozon an. Thema: Missbrauch und die Suche nach Trost. Sehenswert.

Film Gelobt sei Gott.pdf
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23.09.2019  Experten- Kommission legt Vorschläge zur Entschädigung von Missbrauchsopfern der Katholischen Kirche vor

Fulda, die Bischofskonferenz und die Entschädigung von Missbrauchsopfern:
Nach der Veröffentlichung der MHG-Studie am 25. September 2018 in Fulda haben die
deutschen Bischöfe unter anderem beschlossen, das Verfahren zu Leistungen in Anerkennung
zugefügten Leids aufgrund der Studie sowie der Erfahrungen der zurückliegenden Jahre
fortzuentwickeln. Dies hat am 27. Mai 2019 mit einem Workshop in Bonn begonnen, an dem 28
fachkundige Personen aus Kirche und Gesellschaft teilnahmen. Dazu gehörten Betroffene
(auch unsere Vorsitzende Sylvia Witte und Mitglied Karl Haucke), Experten aus Wissenschaft,
Beratung sowie staatlichen und kirchlichen Stellen. Auf Grundlage der Ergebnisse dieses
Workshops wurde eine unabhängige Arbeitsgruppe beauftragt, einen Vorschlag für die
Überarbeitung des bisherigen Verfahrens zu erstellen. Zur Arbeitsgruppe gehörten Prof. Dr.
Stephan Rixen (Jurist, Universität Bayreuth), Dr. Bettina Janssen (Mediatorin und
Rechtsanwältin), Roswitha Müller-Piepenkötter (NRW-Justizministerin a. D., Bundesvorsitzende
a. D. des Weißen Rings) und Matthias Katsch (Betroffenenorganisation Eckiger Tisch e. V.,
Mitglied der Unabhängigen Aufarbeitungskommission). Die Vorschläge der Arbeitsgruppe
wurden mit dem Personenkreis vom ersten Workshop am 6. September 2019 diskutiert und
anschließend nochmals überarbeitet. Zum Empfehlungspapier:
In dieser Vorlage werden zwei verschiedene Modelle zur Entschädigung vorgeschlagen:
1. Pauschaler Entschädigungsbetrag von 300.000 Euro: "Dahinter steht die Überlegung, dass
der Versuch, Leid, das durch die Tat(en) und Tatfolgen verursacht wird, zu gewichten und
individuell zu bemessen und hiervon die Höhe der Entschädigung abhängig zu machen, zu
neuen Verletzungen und Konflikten führen kann." Die Höhe der Pauschalsumme orientiere sich
an der Größenordnung staatlicher Leistungen. Ausgegangen werde "von einer monatlichen
Entschädigung in Höhe von 500 Euro. Diese Summe stellt einen maßvollen Mittelwert
verschiedener Leistungen dar, die im Bereich der staatlichen Opferentschädigung als
monatliche Rente gezahlt werden. Jährlich wären danach 6.000 Euro (500 Euro x 12 Monate)
zu zahlen. Als Laufzeit wird in vereinfachender, typisierender Betrachtung ein Zeitraum von 50
Jahren zugrunde gelegt, gerechnet vom Zeitpunkt bzw. Zeitraum des erlittenen sexuellen
Missbrauchs an und unter Berücksichtigung der verbleibenden Lebenszeit."
2. Gestufte Entschädigungsbeiträge: Katholisch.de erläutert diese Alternative so: Möglich wäre
auch ein gestuftes Modell, bei dem je nach Schwere des erlittenen Unrechts zwischen 40.000
und 400.000 gezahlt werden. Dieses Vorgehen hätte laut der Arbeitsgruppe den Vorteil, dass
Einzelfälle stärker berücksichtigt werden könnten. Außerdem könne bei den Betroffenen der
Eindruck verhindert werden, "die ihnen zugesprochene Entschädigungssumme sei dem
erlittenen Unrecht nicht adäquat". Siehe dazu den ausführlichen Beitrag von Paul Hartmann,
der auch die Empfehlungen zur Abwicklung der Zahlungen darstellt:
Am Dienstag den 24. September 2019 stellte die o.g. Arbeitsgruppe ihre Empfehlungen der
Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda vor. Aus diesem Anlass
nutzten auch die Betroffenenvertreter Matthias Katsch (Eckiger Tisch) und Karl Haucke
(MoJoRed) die Gelegenheit zu vielfältigen Kontakten mit Öffentlichkeit, Presse und den
Bischöfen in Fulda. Die Dienstreise unseres Vereinsmitgliedes ist durch die
Spendenbereitschaft der übrigen Vereinsmitglieder möglich geworden.
Die in Fulda bei 11 Interviews und 3 Pressekonferenzen vertretene Position der beiden
Betroffeneninitiativen lässt sich zusammenfassen in den Kernaussagen: Es geht bei der Frage
der Entschädigung nicht mehr ausschließlich um die Verbrechen der Täter; Die Kirche hat die
Verantwortung zu übernehmen für ihre Versäumnisse bei Aufklärung und Ahndung der Taten
und beim Schutz der ihr Anvertrauten. Daher geht es auch um die Berücksichtigung der
lebenslangen Folgen für die Opfer. Dieser Position schloss sich auch der
Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Ackermann, in der
gemeinsamen Pressekonferenz mit Matthias Katsch an. Ein Link zum Video der
Pressekonferenz findet sich unter: http://www.eckiger-tisch.de/
Diese Optimismus anregenden Bewegungen in den Positionen der Kirchenvertreter dürfen nicht
darüber hinwegtäuschen: Es sind noch viele Hürden zu nehmen, bis es zu angemessenen
Entschädigungen kommen kann. Die deutschen Bischöfe haben im September ausdrücklich
nicht über Entschädigungssummen entschieden. Dies sei Aufgabe des bis zur nächsten
Frühjahrsvollversammlung tagenden Ständigen Rates. Zu klären etwa sind die Fragen, wie bei
der Ungleichverteilung der Budgets in Bistümern und Orden ein kircheninterner Ausgleich für
die Finanzierung der Entschädigungen zu schaffen ist; und wie das Kirchenvolk dazu stehen
wird, dass es eventuell auf dem Wege über die Kirchensteuer in die Zahlungsmodi einbezogen
wird. Gegenwind ist auch zu befürchten von Missbrauchsopfern, die andere Vorstellungen von
der Angemessenheit der Entschädigung haben.
Eine nachdenklich stimmende Rolle spielten im Kontext der Entwicklung der Empfehlungen die
Vertreter der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK). In der Expertenrunde am 6. September
2019 hatten die Vertreter von MoJoRed dafür gesorgt, dass Bischof Ackermann ausdrücklich
eine Einladung an die DOK zur Teilnahme ihrer Vertreter an der Bischofskonferenz aussprach.
Solche Einladungen zur Anwesenheit in der Runde der Bischöfe sind außerordentlich selten
und verleihen einem Thema besondere Beachtung. Gleichwohl verpasste die DOK ihre
Chance, indem sie weder eine Vertreterin / einen Vertreter ihrer Organisation noch einen
Krankheitsvertreter entsandte und stattdessen eine schriftliche Stellungnahme vorlegte. Das
Papier liegt Betroffenenvereinigungen vor. Darin ging es eher um die Armut der Orden als um
die lebenslangen Missbrauchsfolgen der Opfer.

23.09.2019  Priester aus dem Hunsrück wegen Missbrauchsverdachtes beurlaubt

19.09.2019 Kritik an der kirchlichen Aufarbeitung von Missbrauch ein Jahr nach der MHG- Studie

19.09.2019  US- Diözese zahlte fast 200 Millionen Dollar für Missbrauchsopfer

17.09.2019   Erwartungen von Missbrauchsopfern an gesellschaftliche Aufarbeitung

Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs  hat eine neue Studie veröffentlicht:

 

Berlin, 17.09.2019. Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs veröffentlicht heute die Studie „Erwartungen Betroffener sexuellen Kindesmissbrauchs an die gesellschaftliche Aufarbeitung“. Sie ist das Ergebnis eines dreijährigen Forschungsprojektes von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Sozialwissenschaftlichen Forschungsinstituts zu Geschlechterfragen/FIVE Freiburg unter Leitung von Kommissionsmitglied Barbara Kavemann.

 

Im Zentrum der Studie stehen die Erwartungen Betroffener an die individuelle, institutionelle und gesellschaftliche Aufarbeitung von sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend. In die Studie sind die Ergebnisse aus einer breiten Befragung Betroffener eingeflossen: 419 Online-Fragebögen sowie 51 Interviews und 6 Gruppendiskussionen mit insgesamt 41 Teilnehmenden. Es wurde u.a. folgenden Fragen nachgegangen: Was bedeutet Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs? Was erwarten Betroffene von gesellschaftlicher Aufarbeitung? Wie spiegeln sich die Erwartungen in der Arbeit der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs wider? Wie könnte Gerechtigkeit hergestellt werden?

 

Prof. Dr. Barbara Kavemann, Soziologin und Mitglied der Kommission: „Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs umfasst sowohl die individuelle Bewältigung der erlebten sexuellen Gewalt als auch die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Strukturen und Bedingungen, die diese Gewalt möglich gemacht und ihre Beendigung erschwert bzw. verhindert haben. Beides steht in Zusammenhang miteinander: Die individuelle Bewältigung gelingt häufig nur, wenn eine Gesellschaft und ihre Institutionen bereit sind, sexuelle Gewalt und ihre Folgen ernst zu nehmen und Unterstützung bereitzustellen und zugänglich zu machen. Für eine Gesellschaft wiederum ist es erforderlich, Betroffene an Aufarbeitungsprozessen zu beteiligen und die Aufarbeitung an der Perspektive der Betroffenen auszurichten, um gesellschaftliches Bewusstsein zu verändern und Verbesserungen zu bewirken.“

 

Bewältigung, Anerkennung und Gerechtigkeit als zentrale Aspekte

 

Die Ergebnisse der Studie zeigen die Bedeutung von Aufarbeitung für Betroffene und Verbesserungsbedarf in vielen Bereichen. Von Gesellschaft und Politik erwarten Betroffene, dass die Bedingungen bereitgestellt werden, die sie brauchen, um sexuellen Kindesmissbrauch und dessen Folgen persönlich bewältigen zu können.

Hierzu gehören ausreichende und passende Hilfe und Therapie; eine entsprechende Qualifizierung von Fachkräften, die in Behörden über die Versorgung von Betroffenen entscheiden; ungehinderte Akteneinsicht bei der Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit sowie fachlich kompetente Begleitung – nicht nur in Strafprozessen, sondern auch bei der Auseinandersetzung mit Behörden oder mit Institutionen, in denen Gewalt erlebt wurde.

 

Unsere Vorsitzende Frau Witte war beteiligt.

 

 

15.09.2019 Auseinandersetzungen unter den Bischöfen über Frauenpriestertum und den sog. Synodalen Weg.

Für die Bischofskonferenz liegt der Entwurf einer Expertengruppe vor, die die Entschädigungsfrage bei Missbrauchsopfern klären soll. Tatsächlich drängen sich im Vorfeld der Bischofskonferenz Fragen und Auseinandersetzungen um das Frauenpriestertum, das Zölibat und den sog. synodalen Weg der deutschen Bischofskonferenz in den Vordergrund. Sie werden vor allem von Kardinal Müller und anderen Interessierten von außen in einer Form eingebracht, die schließlich  Bischof Marx sogar veranlassen, vor der Konferenz noch kurzfristig nach Rom zu reisen, um die Wogen zu glätten. Unklar bleibt, ob hier ein weiterer „Stellvertreterkrieg“ gegen Papst Franziskus und gleichzeitig gegen die Mehrheit der deutschen Bischöfe geführt werden soll oder aber ob nicht sogar ausdrücklich die Diskussion um die Entschädigungsfrage und die Konsequenzen aus der MHG- Studie verhindert werden soll.

 

 https://www.domradio.de/themen/rainer-maria-kardinal-woelki/2019-09-11/kirche-kann-nie-demokratie-werden-theologe-menke-sieht-keinen-spielraum-beim-frauenpriestertum

 

https://www.zeit.de/2019/39/katholische-kirche-synode-reformprozess-sexualmoral-gleichstellung

 

https://www.zeit.de/2019/40/katholische-kirche-deutschland-synodaler-weg-vatikan

 

https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-09/katholische-kirche-bischofskonferenz-reformen-sexueller-missbrauch

 

https://edition.faz.net/faz-edition/seite-eins/2019-09-21/a2f9c705367d4815792b1f570035cd01?GEPC=s9

11.09.2019  Bischof Ackermann kündigt neue Überlegungen zur Entschädigungsdiskussion an

Ausführungen dazu folgen in Kürze

11.09.2019  Empfehlungen des Bundesrats zur Reform des OEG (Opferentschädigungsgesetz)

Der Bundesrat hat seine Empfehlungen zum Entwurf des Gesetzes zur Regelung des Sozialen Entschädigungsrechts veröffentlicht

 

 

http://dipbt.bundestag.de/dip21/brd/2019/0351-1-19.pdf.

 

08.09.2019 Schulen und Missbrauch: Prävention ist mehr als gute Worte

Schutzkonzepte gibt es zwar, doch nur selten werden sie konsequent umgesetzt. Der Anti-Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung fordert vor allem für Schulen verbindliche Richtlinien zur Prävention. Wichtig ist, wie der Missbrauchsbeauftragte feststellt, die Umsetzung im Alltag.

 

https://www.deutschlandfunk.de/sexueller-missbrauch-warum-schulen-den-kindern-keinen.1766.de.html?dram:article_id=457999

 

Tatsächlich sind Schutzkonzepte in kirchlichen Schulen mittlerweile verpflichtend. Ihre Einführung wird von der Diözese Köln überwacht. Ein wirkliches Controlling und wirksame Evaluation findet aber zur Zeit nicht statt.

Angebote unseres Vereins, bei der Installation alltagswirksamer Prävention  an der Schule des Ordens „Collegium Josephinum“ mitzuwirken, wurden von der Schule ausgeschlagen. Man ist sich offensichtlich selbst genug und meint vor möglichen Fehlleistungen des Systems oder auch nur Einzelner durch ein Präventionskonzept in Papierform gefeit zu sein, das trotz der Irritationen um Zäpfchenvergabe (2012) durch Lehrkräfte und anderes auch in jüngerer Zeit.

 

 

03.09.2019   Gegen die Instrumentalisierung von Gewalt und Missbrauch durch rechte Parteien und Gruppierungen

Die „Bundeskoordinierung Spezialisierter Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend“ hat zusammen  mit den Kooperations- und Trägerverbänden bff: Frauen gegen Gewalt e.V., DGfPI e.V. und BAG FORSA e.V. eine gemeinsame Stellungnahme veröffentlicht, die sich gegen die zunehmende Vereinnahmung von sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt von rechten Parteien und Gruppierungen stellt. Die BKSF vertritt die fachlichen und politischen Interessen der parteilichen Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe sowie der spezialisierten Fachberatungsstellen gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend in ganz Deutschland.

 

 

https://www.bundeskoordinierung.de/de/article/197.gemeinsame-stellungnahme-von-verb%C3%A4nden-und-fachberatungsstellen-zu-sexualisierter-und-gesonspapiervon-fachberatungsstellen-zu-sexualisierter-und-geschlechtsspezifischer-gewalt.html

 

 

30.08.2019. Unverschämt katholisch sein- das Outing eines homosexuellen Priesters.

Hier der Link zu einem lesenswerten Interview im Deutschlandfunk mit einem homosexuellen Priester. Durchaus lesenswert, wenn auch in der Argumentation bisweilen bizarr anmutend. Auch ein Beitrag zur Diskussion um das Zölibat im Widerspruch zur gelebten Sexualität eines Priesters.

 

Link: https://www.deutschlandfunk.de/homosexuelle-in-der-katholischen-kirche-vor-zehn-jahren.886.de.html?dram:article_id=457493

 

 

28.08.2019   Missbrauch am Uniklinikum im Saarland

Da missbraucht ein Arzt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie des saarländischen Uniklinikums Homburg jahrelang Minderjährige. 2011 wird die Klinikleitung mit einem anonymen Brief darauf aufmerksam gemacht. Im Kollegenkreis häufen sich die Gerüchte über den Missbrauch, 2013 erstattet das Jugendamt Anzeige gegen den Arzt, nachdem eine Oberärztin in seinem Privathaus ein Kinderzimmer mit Matratzenlager und Spielzeug entdeckt hat. 2014 zeigt die Klinik den Arzt an. 2015 konfisziert die Polizei Kinderpornographie bei dem Arzt. 2016 stirbt der Arzt eines natürlichen Todes, während der Sohn eines befreundeten Elternpaares bei ihm spielt.

 

 

 

Die Ermittlungsakte wird geschlossen.

 

 

 

Was passiert mit den 30 Patientenakten, in denen die Klinikleitung Verdachtsmomente des Missbrauchs gefunden hatte? Eine Staatsanwältin verfügt, "dass nicht mehr beabsichtigt ist, die betroffenen Patienten bzw. deren Eltern zu informieren".

 

https://www.fr.de/panorama/klinikum-homburg-missbrauch-eine-geschichte-versagens-12817475.html

 

Für diese "Chronik des Versagens" wird nun die Verantwortung zwischen Klinikleitung, Ermittlern und Staatsanwaltschaft hin und her geschoben.
https://www.ardmediathek.de/ard/player/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLWQyZDQ5M2MxLTY0NDYtNDU3MS05YThkLWY3YjcyZTE4ZTc2ZQ

 

https://www.ardmediathek.de/ard/player/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLTViMWViOGM2LWRiMGItNDVkNS1hOGJkLTMyYTU3NDlmZmQ2OA

 

 

 

Allerdings - neben der Sache mit der politischen Verantwortung und den Versäumnissen der Staatsanwaltschaft geht leider ein anderer Gedanke ziemlich unter:
Im Bericht der Tagesschau am 24.6.2019 sagt Wolfgang Reith, Ärztlicher Direktor der Uniklinik : "Es ist ganz klar, dass man das Kind schützen will vor weiterer Traumatisierung und Viktimisierung, wenn es erfährt, es sei etwas vorgefallen, was das Kind selbst gar nicht so erlebt hat."  Diese Aussage gilt als Argument dafür, dass Eltern und Kinder

 

jahrelang nicht über den Missbrauch durch den Arzt informiert wurden.

Der große Arzt und Pädagoge Janusz Korczak (der die Kinder seines Waisenhauses ins Vernichtungslager Treblinka begleitete, obwohl er nicht gezwungen war, mit den Deportierten zu gehen), hat gesagt: "Kinder werden nicht erst zu Menschen, sie sind schon welche." Diese simple Wahrheit, die nicht nur eine ethische, sondern auch, wie wir heute sehr genau wissen, eine biologische Wahrheit ist, steht heute offensichtlich noch nicht einmal psychiatrisch ausgebildeten Ärzten bei ihren Entscheidungen zur Verfügung. Und sie wird auch von vielen anderen nicht als Wahrheit gedacht. Kinder sind unfertig, defizitär,  man muss sie er-"ziehen", kann sie manipulieren, man ist als Erwachsener immer der Überlegene. Dieses Bild vom unfertigen Kind ist der Humus, auf dem kinderfeindliches Verhalten,  demütigender Sprachgebrauch, machtvolle Bildungsinstitutionen und der Missbrauch von Kindern gedeihen. Alles ist erlaubt - denn sogar Fachärzte und die Rechtsprechung machen uns vor, wie Kinder anzusehen sind. Sie müssen ja erst noch Menschen werden, um wahrnehmen zu können (im Falle des Arztes von Homburg), dass ihnen gerade Unrecht geschieht, dass ein Erwachsener seine Grenzen überschreitet. Natürlich ist es mühsam, Kindern diesen Sachverhalt zu vermitteln; das kostet Jahre tragfähiger, weil empathischer Beziehung. Hier haben die hochdotierten Ärzte im Saarland genau so versagt, wie seit Jahrzehnten die Kirche bei ihrem (selbstgewählten) Auftrag der Vermittlung eines Bildes vom kompetenten, verantwortungsvollen, interventionsfähigen Menschen überwiegend versagt.

 

 

 

22.08.2019   Treffen des Vereinsvorstandes mit der Ordensleitung zum Thema Prävention und weitere Projekte

Hauptthema des Treffens war unser Brief zum Ausstieg aus der Präventionsarbeit mit dem CoJoBo. Nun ja, „ausgestiegen worden“ sind wir schon lange vorher durch Intervention und Verweigerung der Zusammenarbeit durch die Schule. In diesem Brief ging es uns darum, die Gründe für das Scheitern der Zusammenarbeit zu reflektieren und für uns zu klären, wie es weitergehen soll.

 

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Wir verweigern uns keinesfalls der zukünftigen Zusammenarbeit bei Fragen rund um die Prävention, wenn diese Zusammenarbeit gewünscht wird. Wir werden uns allerdings nicht mehr von uns aus anbieten oder gar von uns aus auf Zusammenarbeit drängen.

 

Wir bedauern dieses Scheitern der Präventionsbemühungen unter Einbeziehung von Betroffenen ausdrücklich.