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Herzlich willkommen auf unserer Website.

Wir √ľber uns

Wer sind wir? Was wollen wir?

 

 

Menschen, die sich aus unterschiedlichen Gr√ľnden den Redemptoristen nahe f√ľhlten und Ehemalige der Redemptoristen‚Äď Internate in Bonn, Bous und Glanerbr√ľck haben sich in einem Verein zusammengeschlossen. Sie sind zuf√§llig oder weil sie die gleiche Schule besucht haben, √ľber ein √§hnliches Schicksal miteinander verbunden: ihnen wurde physisch oder psychisch Gewalt angetan, meist sexuell gepr√§gte Gewalt.

 

Wir haben uns (siehe Chronik) zu unterschiedlichen Zeiten an die Verantwortlichen des Ordens gewandt mit der Bitte um Kenntnisnahme und Aufarbeitung. Die meisten in den Jahren 2010 und 2011, aufgeweckt durch die √∂ffentliche Missbrauchsdiskussion, ermutigt durch das schlichte Signal von Klaus Mertes, Leiter des Canisius- Kollegs der Jesuiten in Berlin, mit dem er die unheilvolle Dynamik der Macht entmachtet hat (Br√ľntrup SJ): ‚ÄěWir glauben Ihnen. Melden Sie sich‚Äú. Die mediale Berichterstattung am Jahresbeginn 2010 entfaltete einen eigenartigen Sog, dem sich der Einzelne nicht mehr entziehen konnte und nicht entziehen wollte, es entstand gleichsam eine gemeinsame Realit√§t all derer, die betroffen waren. Die gemeinsame Realit√§t, das "Wir" √ľberwandt die individuelle Scham.

 

Jeder Einzelne entwickelte unabhängig von den anderen die Hoffnung, dass auch die Redemptoristen bereit wären, sich dem öffentlichen Druck zu ergeben oder gar aus eigenem Antrieb uns zuzuhören. Die allermeisten hatten noch nie miteinander gesprochen, einige wenige kannten sich aus der gemeinsamen Schulzeit, hatten aber viele Jahre keinen Kontakt mehr zueinander. Es haben sich neue Freundschaften gebildet.

 

Tats√§chlich begann der Orden der Redemptoristen im Fr√ľhjahr 2010 damit, die Meldungen von Missbrauchsopfern ernst zu nehmen und die Schattenseiten seiner Geschichte aufzukl√§ren. Der Orden beauftragte den Pr√§sidenten des Amtsgerichts Leverkusen Herrn Merzbach mit der entsprechenden unabh√§ngigen Untersuchung. Wir f√ľhlten uns unmittelbar durch Herrn Merzbach angenommen und verstanden. Es entstand ein pers√∂nliches Vertrauensverh√§ltnis, auf der Seite der Opfer nur selten eingetr√ľbt durch das Auf und Ab verst√§ndlicher Misstrauensregungen gegen√ľber Kirche und Orden. F√ľr den Aufbau des gegenseitigen Vertrauens war die sp√ľrbare pers√∂nliche Integrit√§t des Herrn Merzbach entscheidend wie auch die Tatsache, dass die Opfer Herrn Merzbach als Richter und Jurist eher Unbestechlichkeit zusprachen als irgendjemand anderem. Die meisten Betroffenen hatten in Ihrem Leben gelernt, kirchlichen Worten gegen√ľber misstrauisch zu sein und kirchlichen Taten gegen√ľber erst recht. Die Tatsache, dass der Beauftragte des Ordens als Richter aktiv t√§tig ist, betrachten wir als besonderen Gl√ľcksfall und als Grundlage f√ľr den gelungenen Beginn einer profilierten Aufarbeitung. F√ľr den Orden vermuten wir eine √§hnliche Zuschreibung, so dass es nie dazu kam, dass der Inhalt der Aufkl√§rungsarbeit in Zweifel gezogen wurde. Weder wurden von unserer Seite je Aussagen, dass Akten z. B. unauffindbar seien, in Frage gestellt noch wurde je von Seiten des Ordens der Untersuchungsauftrag zur√ľckgezogen- trotz schwer wiegender Vorw√ľrfe des untersuchenden Richters an den Orden, was das Organisationsversagen angeht. Dem Beauftragten des Ordens gelang das Kunstst√ľck, in kurzer Zeit zwei detaillierte Zwischenberichte mit dezidierter Bewertung der Taten zu erstellen.

 

Herrn Merzbachs Berichte beruhten auf den eingegangenen Meldungen. Der Orden hat diese Arbeit unserer Einsch√§tzung nach ausdr√ľcklich unterst√ľtzt, er hat im Laufe der beiden Jahre auch sein Bem√ľhen, weitere Opfer ausfindig zu machen, deutlich ausgeweitet. Trotzdem wurden wir den Eindruck nie los, dass der Orden in seiner Aufkl√§rungsarbeit mehr tun k√∂nne. 2013 haben wir uns im Verein ‚ÄěMissbrauchsopfer Collegium Josephinum Bonn und Redemptoristen e.V.‚Äú organisiert und wollen damit als Betroffene selbst nachdr√ľcklich zur Aufarbeitung beitragen. Die Vereinsgr√ľndung und die Erstellung einer Homepage werden damit ein wenig zur Probe aufs Exempel, ob man auch von Seiten des Ordens h√§tte mehr erreichen k√∂nnen.

 

In den beiden vergangenen Jahren war uns die eigene Pr√§senz in den gemeinsamen Gespr√§chen genug, wir sahen uns selbst mehr als Einzelopfer, die das notwendige Geh√∂r im Orden endlich gefunden hatten und ein gesellschaftliches Geh√∂r schon von selbst finden w√ľrden. Das war ein Trugschluss. Wir sahen uns im Gegensatz zu anderen Betroffenengruppen wie dem Eckigen Tisch, den Missbrauchs- und Misshandlungsopfern in Ettal und anderen aus der √∂ffentlichen Debatte ausgeschlossen. Zur Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung z.B. gab es vermutlich schon allein deshalb keine engere Kommunikation, weil wir so unorganisiert als ernst zu nehmende Gespr√§chspartner nicht wahrnehmbar waren. Dabei h√§tten wir doch zu Vielem das Eine oder Andere beitragen k√∂nnen.

 

Uns ist es wichtig, dass das, was uns geschehen ist, auch in Zukunft nicht klein geredet werden kann und in Vergessenheit ger√§t. Deshalb soll es diese √∂ffentliche Dokumentation der Berichte geben, sofern die Betroffenen im Einzelfall zustimmen. Uns ist es wichtig, dass aus dieser Dokumentation f√ľr die Zukunft von Kindern gelernt werden kann. Wir verstehen uns, so seltsam sich das anh√∂ren mag, als Experten im Missbrauchtwerden und wollen mitreden.

 

Wir haben uns auch zu einem Verein zusammengeschlossen, weil wir dem Orden gegen√ľber unsere Erwartungen bez√ľglich einer wirklichen Wiedergutmachung √∂ffentlich aufrecht erhalten wollen.

 

Mit unserem Newsletter (Anmeldung in der Fu√üzeile) m√∂chten wir Sie regelm√§√üig √ľber die Fortschritte informieren.

 

 

 

 

Warum reden wir erst jetzt?

 

Was h√§tten wir sagen sollen? Was h√§tten wir sagen k√∂nnen? Wer h√§tte uns was geglaubt? Aber auch: wir h√§tten √ľberhaupt wissen m√ľssen, was wir h√§tten sagen m√ľssen. Wussten wir doch nicht mehr, was richtig und was falsch war, wussten wir doch nicht mehr, was S√ľnde war und was nicht. Alles war verdreht. Da war auch niemand, dem wir uns h√§tten anvertrauen k√∂nnen. Uns erschien niemand der Erwachsenen so vertrauensw√ľrdig, dass wir h√§tten sicher annehmen k√∂nnen, dass er oder sie uns sch√ľtzen w√ľrde.

 

Zahlreiche Betroffene waren froh vom Internat weggekommen zu sein. Viele waren sp√§ter nie auf Klassentreffen, wenn solche √ľberhaupt stattfanden. Viele hatten auch kein Abitur in Bonn gemacht, sie hatten das Internat und die Schule schon vorher aus eigenem Antrieb verlassen oder wurden "als fauler Apfel" (Pater S.) durch die T√§ter und die, die sie deckten, entlassen. F√ľr die Entlassenen gab es schon √ľberhaupt keine Ansprechpartner. F√ľr andere war der langj√§hrige T√§ter oft der einzig pr√§sente Ansprechpunkt (siehe die Berichte, in denen vom Briefwechsel mit dem T√§ter oder dem Wunsch danach die Rede ist). Wieder andere wollten, dass ihre Erinnerung ans Internat und an die Schule durch nichts und niemanden getr√ľbt sei. Die Schule mit ihrem Selbstbild als besondere religi√∂s ausgerichtete Schule von erlesener Qualit√§t bot sich zur Idealisierung geradezu an, versprach der Besuch der Schule doch quasi automatisch, dass man auf der Seite des Guten und Wahren stand. Selbst wenn man dieses Bild h√§tte beschmutzen wollen, man ging als Sch√ľler schlicht davon aus, dass man gegen die allgegenw√§rtige Selbstbeweihr√§ucherung keine Chance habe. Wer h√§tte dem Primaner oder gar dem Sekundaner geglaubt bei diesem Ruf der Schule?¬† Wir vermuteten zu Recht oder zu Unrecht - wir wissen es nicht -, dass die, die einen zum L√ľgner und Verleumder stempeln w√ľrden, eher unter den Lehrern, den Eltern der Externen und den sog. Altjosephinern zu finden seien als unter denen, die unmittelbar mit dem Internat zu tun hatten. Wir hatten schlicht Angst, Angst vor dem T√§ter und Angst, ihm und seinen m√∂glichen Zutr√§gern nicht gewachsen zu sein.

 

Wir haben geschwiegen, weil wir uns intuitiv immer des √ľbergro√üen Machtgef√§lles zur Autorit√§tsperson Priester bewusst waren und bewusst geblieben sind, weil der sexuelle Missbrauch und die Misshandlung durch und durch ein katholischer Missbrauch und katholische Misshandlung war, ausgestattet mit geistlicher Macht, ausgestattet mit g√∂ttlicher Autorit√§t. ‚ÄěKann ein Kind wehrloser sein als in der Erfahrung, dass Gott selbst seine Peiniger in ihrem Tun legitimiert?‚Äú- fragt Godehard Br√ľntrup (SJ).

 

Tats√§chlich war die Gewalt und Missachtung so allgegenw√§rtig und so normal, dass wir eigentlich nie mit jemanden eingehender dar√ľber sprachen- weder in der Zeit des Internats noch sp√§ter. Es lohnte sich gar nicht, √ľber etwas zu reden, was sowieso jeder kannte und das einfach dazu geh√∂rte. Um √ľber Misshandlung zu reden, musst du Misshandlung als Misshandlung entschl√ľsseln und die Tat aus den Rechtfertigungen der Misshandler und den eigenen Schuldgef√ľhlen entwirren. Und doch hat wohl jeden Betroffenen oder Zeugen diese Vergangenheit¬† besch√§ftigt, ganz hinten im Kopf, mal mehr mal weniger. Manche Zeugenschaft von¬† Gewalt an Mitsch√ľlern hat dir f√ľrs ganze Leben Schuldgef√ľhle gemacht, weil du f√ľr den Kameraden nicht eingestanden bist und vielleicht einfach nur gedacht hast, gut, dass es nicht dich erwischt hat.

 

Wohin h√§tten wir gehen sollen? Wem sollten wir unsere Geschichte Ende der 50er Jahre, der 60er und der 70er Jahre erz√§hlen? Wer h√§tte uns das denn abgenommen? Abgesehen davon, dass wir nicht in der Lage gewesen w√§ren, die Verstrickung mit dem T√§ter zu l√∂sen und zu begreifen und ohne Angst vor Vergeltung zu schildern, was geschehen ist. Als Opfer eines Gewaltverbrechens durch Fremde, sei es Raub oder Vergewaltigung oder was auch immer, wei√üt du sicher, dass du Opfer geworden bist und identifizierst den T√§ter als T√§ter. Als Opfer eines Gewaltverbrechens in der Familie oder einer familien√§hnlichen Institution, sei es Missbrauch oder Misshandlung oder was auch immer, kannst du als abh√§ngiges Kind in der Regel den Unrechtscharakter nicht abgrenzen und erst recht nicht den T√§ter als T√§ter demaskieren. Du bist verstrickt mit ihm und dem System drumherum. Wir haben zur Kl√§rung 45 und mehr Jahre gebraucht und sind noch dabei. Einige von uns waren nicht wenig irritiert, als der Richter Merzbach im Zusammenhang unserer Berichte 2010 die uns widerfahrenen Taten unverbl√ľmt als Verbrechen diagnostizierte. Es dauerte, bis alle diese Diagnose, dass sie Opfer eines Verbrechens geworden waren, f√ľr sich selbst annehmen konnten.

 

Das Reden geht auch jetzt erst, weil wir in einem Alter von in der Regel √ľber 60 Jahren schonungslos mit uns sein k√∂nnen. Wir d√ľrfen uns als besch√§digt bekennen, es ist trotzdem was aus uns geworden. Wir hatten Angst vor fantasierter grunds√§tzlicher Ablehnung, weil wir selber glaubten, niemand k√∂nne freiwillig einen so verletzten Menschen und vielleicht auch noch zus√§tzlich bekennenden ‚Äěpsychisch Schwerbesch√§digten‚Äú zum Freund, zum Mann, zum Liebhaber, zum Kollegen haben wollen. Traumatisierende Kindheitserlebnisse sind oft dissoziiert, sind vergessen, um den Alltag leben zu k√∂nnen. Sie brauchen einen Anlass, um wieder erinnert zu werden: Bilder, Berichte anderer Betroffener, √§hnliche Erlebnisse oder Teile davon.

 

Wir hatten ferner keine wirklichen Worte f√ľr das, was uns geschah. Was h√§tten wir sagen oder anzeigen sollen? Das Wort ‚ÄěMissbrauch‚Äú gab es so nicht. Irgendwie hie√ü das so grob ‚ÄěUnzucht mit Abh√§ngigen‚Äú- aber das war sehr abstrakt und konnte das nicht sein, was der Pater mit uns machte und was, wie er sagte, Ausdruck seiner Liebe und Zuneigung zu uns oder Ausdruck seiner fortschrittlichen und zeitgem√§√üen Art der sexuellen Aufkl√§rung war. Es diente ja uns und nicht ihm, ihn kostete das √úberwindung. Wie kann ein solches Geschenk an uns Missbrauch oder Eigennutz oder Unzucht sein? Geschwiegen haben wir Jungs auch deshalb, weil wir unseren Kummer niemandem zeigen wollten. So seltsam sich das anh√∂rt, ein Junge kennt eben keinen Schmerz, der h√§lt aus. Ein bed√ľrftiger Junge erst recht.

 

Warum geschwiegen so lange Jahre? Weil wir beim Erinnern jedes Mal unsere eigene W√ľrde wiedergewinnen m√ľssen. Die eigene W√ľrde wiedergewinnen, wo doch Verachtung f√ľr dieses M√§dchen oder diesen Jungen, die das mit sich haben machen lassen, viel n√§her l√§ge. Wann kann jemand √ľber Missbrauch und Gewalt reden und mit wem? Auch engste Freunde haben sich 30 Jahre lang und mehr nicht √ľber das ausgetauscht, was damals vorfiel. Das gilt sogar f√ľr missbrauchte Geschwister, die heute damit leben m√ľssen, dass sie das j√ľngere Geschwisterkind doch jeweils h√§tten warnen k√∂nnen. Und die Geschwister fragen: warum hast du uns das nicht gesagt? Dann w√§ren wir doch nicht‚Ķ

 

Wir besch√§men uns in jeder Erinnerung, denn wir waren beteiligt. Glaubten zum Beispiel an den "faulen Apfel", der eben aussortiert werden musste, erz√§hlten diese Geschichte uns und anderen. Hielten selbst Ausschau nach √Ąpfeln mit braunen Flecken und versuchten die eigenen Flecken zu verbergen.

 


In diesem Zusammenhang stellt sich eine weitere Frage: Ihr habt solange geschwiegen, und jetzt redet Ihr. Warum gen√ľgen Euch das private Aufschreiben und das Lesen des Aufgeschriebenen durch Partner und Freunde nicht? Warum m√ľsst Ihr Euch auch noch √∂ffentlich ausbreiten in dieser schwer ertr√§glichen Art und Weise, warum dieser Voyuerismus? Die Antwort ist vergleichsweise einfach: weil Missbrauch neben allen anderen Aspekten vor allem das ist: aufgezwungene Intimit√§t und Heimlichkeit. Gegen Heimlichkeit und ungewollte Intimit√§t das passende Gegen- Mittel ist √Ėffentlichkeit und Publicity. ¬†Besonders dann, wenn die Verschleierung und die Vertrautheit mit dem T√§ter das Opfer ein Leben lang begleitet hat.

 

Etliche von uns haben Therapien gemacht und k√∂nnen nun reden, viele k√∂nnen auch jetzt noch nicht reden. Die Folgen von Missbrauch und Gewalt sind Teil unserer Pers√∂nlichkeit geworden. F√ľr die Betroffenen bekommen die Worte des Generaloberen der Redemptoristen P. Dr. Josef Pfab 1980 zum 100j√§hrigen Bestehen des Collegium Josephinum eine eigene Wirklichkeit: "Das Collegium Josephinum hat im Laufe seiner Geschichte vielen Sch√ľlern ein solides Fundament f√ľrs Leben gegeben."¬† Ein Fundament lebensl√§nglich- errichtet nach der Zerst√∂rung des Selbst. Solid gewiss. F√ľr die meisten Betroffenen mehr Fragen denn Antworten.

 

Ehe wir dar√ľber reden konnten, waren die Taten verj√§hrt.

 

 

 

 

Warum machen wir aus einer M√ľcke einen Elefanten?

 

Die ‚Äönormale‚Äô Ohrfeige hat uns nicht geschadet- wahrscheinlich. Sie war berechenbar und von uns selbst bei der jeweiligen Missetat eingepreist. Wir konnten auch schon als Kinder unterscheiden, was ‚Äönormal‚Äô war und was ‚Äöbrutal‚Äô war. Stockschl√§ge waren brutal, Pr√ľgel mit dem Kreuz, bis das Kreuz und der Gekreuzigte zerbrachen, auch. Schl√§ge, die den Handabdruck im Gesicht noch zwei Stunden sehen lie√üen, waren brutal. Einen Jungen zum B√∂sen anleiten und danach bestrafen war abartig. Psychischer Sadismus und Willk√ľr waren zerst√∂rerisch. Und es waren keine Einzelf√§lle.

 

Aufkl√§rungsunterricht mit Pornobildern war Grenz√ľberschreitung, Sch√ľler Pornohefte besorgen lassen war mindestens feige. Jungen unter der Bettdecke zum Orgasmus zu bringen war Missbrauch. Mit Jungen gemeinsam handgreiflich zu √ľben, vor dem H√∂hepunkt mit der Stimulation aufzuh√∂ren, war pervers. Jungen zu penetrieren war Vergewaltigung. Jungen zu diesem Zweck einzusperren war Freiheitsberaubung. M√§dchen ins Zimmer zu locken und zu versuchen es zu penetrieren war damals strafbar- auch f√ľr Beichtv√§ter.

Wir wollen, dass alle Taten vom Orden der Redemptoristen aufgearbeitet werden und dass aktiv nach weiteren Opfern gesucht wird. Wenn Schaden entstanden ist, wollen wir entsch√§digt werden. Wir wollen Abschied von diesem Teil unserer Vergangenheit nehmen. Wir wollen uns sicher sein, dass zuk√ľnftig keine strafbaren Handlungen mehr toleriert werden. Wir wollen im Guten mit unserer Vergangenheit abschlie√üen.

 

Mithin waren die eigenen lebenslangen Versuche, aus dem Elefanten eine M√ľcke zu machen, offensichtlich schlussendlich dann doch vergebens.

 

 

 

 

In welchem Verhältnis stehen wir zur katholischen Kirche?

Die meisten von uns sind nicht mehr mit der Kirche verbunden, so dass sie keinen konstruktiven Impuls haben, kirchliche Ver√§nderungen √ľber das Thema Misshandlung und Missbrauch hinaus voranzutreiben.


Einige sind mit der Kirche weiter eng verbunden und w√ľnschen f√ľr sich, dass sie Mitglied in einer Organisation sein d√ľrfen, die ihren pers√∂nlichen Respekt wie auch √∂ffentlichen Respekt verdient. Sie wollen Mitglied einer Organisation sein, der vertraut und deren Verlautbarungen nicht als erstes Misstrauen entgegengebracht wird.

 

 


 

Warum muss es denn gerade ein Verein sein?

 

Die Form des Vereins bietet als einzige Form die M√∂glichkeit uns zusammenzuschlie√üen und als Gruppe zu agieren. Einzig als Gruppe sind wir f√ľr andere als Ansprechpartner beachtenswert (andere Betroffenengruppen, Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung und Presse z.B.). Wir stehen nicht in pers√∂nlicher Haftung. Wir sind leicht google- bar und k√∂nnen Anlaufstelle f√ľr Betroffene sein.

Als Verein sind wir sichtbar. Wir sind kompetente Hochleistungs√ľberlebende und haben etwas zu sagen und h√∂ren zu.

Der Verein wurde am 19.01.2013 gegr√ľndet und am 08.04.2013 ins Vereinsregister eingetragen. Das Finanzamt hat die Gemeinn√ľtzigkeit anerkannt.

 

Wenn Sie Mitglied werden wollen, nutzen Sie bitte das Beitrittsformular

 


f√ľr weitere Fragen wendet euch an:

verein@missbrauchsopfer-josephinum-redemptoristen.de

 

Oder nutze das Kontaktformular unter Kontakte!


Der j√§hrliche Mitgliederbeitrag betr√§gt 10‚ā¨.

 

Der Vorstand: 1. Vorsitzende: Frau Sylvia Witte

                           2. Vorsitzender: Hermann Vennenbernd

¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† 3. Gesch√§ftsf√ľhrer: Winfried Ponsens

 

Vereinszweck:¬†¬†¬†¬†¬†¬† Gemeinn√ľtzigkeit, Pr√§vention, Wiedergutmachung

 

 

Antragsformular Mitgliedschaft
Antrag Mitgliedschaft.doc
Microsoft Word Dokument 27.0 KB

Zweck des Vereins

Satzung MoJoRed e.V.
Satzung MoJoRed.pdf
Adobe Acrobat Dokument 208.5 KB

Auszug aus der Satzung

 

§ 2 Zweck des Vereins.

(1) Der Verein verfolgt ausschlie√ülich und unmittelbar gemeinn√ľtzige Zwecke im Sinne des Abschnittes ‚ÄěSteuerbeg√ľnstigte Zwecke‚Äú der Abgabenordnung, namentlich der F√∂rderung der Hilfe f√ľr Opfer von Straftaten, der F√∂rderung der Kriminalpr√§vention, der F√∂rderung der Erziehung, F√∂rderung der Jugendhilfe und der F√∂rderung wissenschaftlicher Forschungs-vorhaben. Der Verein wirkt der Tolerierung von Straftaten gegen Kinder in den genannten Erziehungseinrichtungen und in Schulen entgegen und wird pr√§ventiv t√§tig.

 

Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch

(1) die Aufarbeitung der Fälle von körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt in Erziehungs- und Ausbildungseinrichtungen, in Schulen und in Einrichtungen der Jugendhilfe;

(2) die Bildung einer Anlaufstelle f√ľr Betroffene von Straftaten in den genannten Einrichtungen;

(3) die Bildung einer Plattform f√ľr Verhandlungen und Gespr√§che mit Verantwortlichen zur Pr√§vention und Schadenswiedergutmachung;

(4) die Unterst√ľtzung der Arbeit der Ermittlungsbeh√∂rden und anderer ermittelnder Personen;

(5) die transparente Darstellung von Vorf√§llen und Straftaten im Bereich der sexuellen und sonstigen Gewalt gegen Kinder als Hilfe zur individuellen Aufarbeitung und Aufdeckung von Mechanismen, die solche Vorf√§lle beg√ľnstigen;

(6) die Erarbeitung von Konzepten zur Unterst√ľtzung der individuellen Aufarbeitung, der Problembew√§ltigung und der Schadenswiedergutmachung;

(7) die kostenlose psychologische, pädagogische und rechtliche Beratung von

Opfern durch den Verein, soweit dies nach den gesetzlichen Vorschriften zulässig ist;

(8) die Mithilfe bei der Erarbeitung von Handlungskonzepten zur Kriminalprävention in anfragenden Erziehungs- und Ausbildungseinrichtungen;

(9) die Auditierung von Präventionsmaßnahmen in Erziehungs- und Ausbildungseinrichtungen und die Erarbeitung von Vorschlägen zu Verbesserungen der Prävention.

(10) Bildung einer Anlauf- und Beratungsstelle f√ľr Sch√ľler, die mit Gewalt oder

Missbrauch konfrontiert sind;

(11) √Ėffentlichkeitsarbeit in Wort, Schrift und Bild mit dem Ziel √ľber Misshandlung und sexuelle Gewalt in Vergangenheit und Gegenwart aufzukl√§ren und Verarbeitungsm√∂glichkeiten aufzuzeigen.

(12) Unterst√ľtzung von wissenschaftlichen Forschungsarbeiten im Bereich der sexuellen und sonstigen Gewalt in Erziehungs- und Schulungseinrichtungen.

 

Wir arbeiten ehrenamtlich. Sollten Sie die Ziele und Anliegen des Vereins finanziell unterst√ľtzen wollen, w√ľrden wir uns dar√ľber sehr freuen. Das Finanzamt hat die Gemeinn√ľtzigkeit anerkannt. Spenden und Mitgliedsbeitr√§ge sind daher steuerlich absetzbar.

`Ž-¨8Spendenkonto


              MoJoRed e.V.

              GLS Bank
              BLZ:         430 609 67
              Konto:     407 162 0600


              IBAN DE88 4306 0967 4071 6206 00

              BIC GENODEM1GLS

 

 

  

Wie sind wir zu erreichen?


Wir freuen uns √ľber Ihr Interesse an unserer Arbeit. Falls Sie sich mit uns in Verbindung setzen m√∂chten, k√∂nnen Sie mit uns direkt √ľber die Emailadresse

verein@missbrauchsopfer-josephinum-redemptoristen.de

in Kontakt treten. Die Emails kann nur der Vereinsvorstand lesen.

 

Bitte das Kontaktformular unter Kontakte nutzen.

 

Oder brieflich an:


MoJoRed e.V.
c/o Ponsens
Rehweg 8
53919 Weilerswist

Tel: 02254/845266

 

Sie können auch das Gästebuch nutzen. Allerdings behalten wir uns vor, beleidigende Texte nicht einzustellen.

 

Kontaktdaten der Missbrauchsbeauftragten der Redemptoristen:

Sr. Martina Kohler SSpS
Arnold-Janssen-Klooster
Capucijnenweg 9
NL-6286 BA Wahlwiller-Wittem
Tel. 0031 - 43 - 451 1841
Mobil 0170 / 7288809

Mail: sr.martina.kohler@web.de



Herr G√ľnter Nieh√ľser
Sophie-Grosch-Str. 1
55122 Mainz
E-mail: g.niehueser@rz-online.de
Mobil: 0160 8731567

Zur Aufgabe  und zum Selbstverständnis des Missbrauchsbeauftragten siehe die Erläuterungen unter "Hinsehen und Wegschauen" unter dem Datum 11.04.2015.

Dank an den ausgeschiedenen Missbrauchsbeauftragten des Ordens Herrn Merzbach und Dank an die Moderatorin der Gespräche des Ordens und der Betroffenen- Dank an die Ordensleitung

Wir bedanken uns bei Herrn Richter Merzbach f√ľr seine besondere Art der Aufarbeitung: entschieden auf der Seite der Wahrheit und emphatisch f√ľr die, die berichteten.

Wir bedanken uns bei Frau Haardt- Becker, die es als Moderatorin verstanden hat, die Partei der Opfer zu ergreifen, ohne parteilich zu sein.

Auch einen Dank an die Ordensleitung (Pater ten Winkel und Pater Römelt) möchten wir hier nicht auslassen. Ein Dank vor allem deshalb, weil sie an der Stelle, wo sie hätte sagen können, wir haben unsere Pflicht getan, weiterhin den Dialog mit den Betroffenen angeboten hat.

Dank an den Verein "Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer e.V."

 

Wir danken den Leidensgenossen aus Ettal ganz herzlich f√ľr ihre Solidarit√§t, ganz besonders daf√ľr, dass wir uns an ihrer Homepage bedienen durften. So wurde uns viel Arbeit erspart. Die √Ėffentlichkeitsarbeit des Vereins "Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer e.V." haben wir uns inhaltlich und formal zum Vorbild genommen. Vielen Dank!